Die Forderung nach einer Null-Prozent-Kommission war als Provokation gedacht. Und als Ansatz, die Thematik rund um die globalen Online-Reservationsanbieter und deren Kommissionen seriös zu diskutieren. Am ersten Hotelmarketing-Tag von hotelleriesuisse und Schweiz Tourismus waren sich die Experten einig: Überall sinken die Margen von Vermittlern, nur in der Hotellerie steigen sie, beklagte die Branche. Felix Freudiger alias Guglielmo L. Brentel, der die Krux mit den globalen Online-Reservations-Anbietern darstellte, warnte im Berner Hotel Bellevue Palace, die Branche solle sich von den monopolartigen Absatzstrukturen dieser Plattformen nicht in eine totale Abhängigkeit zwingen lassen. Dennoch: Ohne Multichannel-Strategie gehe es nicht, waren sich alle anwesenden Fachleute einig.
Auch Social Media begegnen den Hoteliers auf Schritt und Tritt. Facebook, Twitter oder Blogs seien längst kein Gag mehr, sondern wichtige Marketinginstrumente, sagte Spezialistin Gabriele Bryant.
In der Region Thunersee sind in den letzten Jahren einige Hotels in die Hände von Asiaten gelangt. In anderen Ferienregionen der Schweiz ist das deutlich weniger ausgeprägt. 
Mitten in Interlaken verkauft Beat Hassenstein nach 40 Jahren Einsatz sein Hotel Splendid. Die chinesische Käuferin setzt auf ein Hotel mit Verkaufsflächen: für Uhren und für typische Schweizer Küchen-Ausrüstung. 
Ein südkoreanisches Paar hat zwei traditionelle Interlakner Hotels gekauft. Das 4-Sterne-Haus wollen die Investoren als führendes Hotel positionieren. 
Ausländische Investoren kaufen Hotels, oft als reine Geldanlage. Die Rentabilität ist zweitrangig. Das beobachtet Stephan JJ. Maeder, Präsident des Hotelier-Vereins Berner Oberland. 
Hinter den «Swiss Dreams Hotels» stehen indische Investoren mit einem Faible für ehemalige Traditionshäuser. Zwei ihrer fünf Hotels serbeln hinter geschlossenen Türen dahin. Die Besitzer lassen sich nicht in die Karten blicken. 
Der Interlakner Hotel-Berater Jürg Zumkehr hat schon mehrere Hotels an Ausländer verkauft, unter anderem an Asiaten. Aus seiner Sicht wirken sich die ausländischen Investoren positiv auf die Region aus. 
René und Elsbeth Bettoli wollen ihren Familienbetrieb verkaufen. Der Preisdruck ist für das Interlakner 2-Sterne-Hotel zu gross geworden. 
Rund um den Thunersee sind einzelne Hotels im Besitz von Asiaten. Ein Leerstand an bester Lage zählt dazu. Für Hotelier-Präsident Bruno Carizzoni überwiegen die positiven Beispiele und Effekte. 

Kettenhotels können ihre Effizienz steigern, indem sie einander Mitarbeiter ausleihen. Kleinbetriebe setzen derweil auf Allrounder. 





Strategieplanung, Verwaltung und Administration: Diese Bereiche böten in den meisten Hotels grosses Sparpotenzial. Es wird aber oft nicht wahrgenommen.