Das Beste der Alpen verspricht die Vereinigung selbstbewusst. Immerhin gehören seit mehr als 20 Jahren 12 der renommiertesten Winterskiorte aus der Schweiz, aus Österreich, Italien und Frankreich dazu: Chamonix, Cortina d’Ampezzo, Davos, Garmisch-Partenkirchen, Grindelwald, Kitzbühel, Lech Zürs am Arlberg, Megève, Seefeld, St.Anton am Arlberg, St.Moritz und Zermatt. Die Marktmacht der «Besten» ist nicht zu unterschätzen. In den 12 Mitgliedsorten werden jedes Jahr 20 Millionen Logiernächte (inklusive Ferienwohnungen) generiert und 40 Prozent des Alpengeschäfts erwirtschaftet.
Austausch und Benchmark so wichtig wie die Werbewirkung
Um den Anstrengungen noch mehr Gewicht zu verleihen, hat man aus der Kooperation nun einen Verein nach Schweizer Recht gegründet: Als erster Geschäftsführer von Best of the Alps will der bisherige Präsident Sammy Salm ab März die Vereinigung zu neuen Ufern führen. Ursprünglich gegründet, um den Nordamerikanern den Wintersport in den Alpen schmackhaft zu machen, will Best of the Alps, jetzt vor allem die osteuropäischen Märkte anvisieren: Polen, Tschechien, Ungarn, Russland. «Wenn Osteuropäer in die Alpen reisen, dann sollen sie zu uns kommen», erklärt der Noch-CEO der Jungfrau Region Marketing AG in Grindelwald das Ziel. Er will aber auch dem Europa-Reisenden aus Asien eine Alternative zur Städte-Tour bieten: Diesen Sommer organisiert man mit einem japanischen Tour-Operator erstmals eine 12-Tages-Tour, bei der in zehn Best-of-the-Alps-Orten übernachtet wird. Das Package kostet 20000 Franken.
Umgekehrt will man die Gäste aus den Nahmärkten nicht an den Osten verlieren. Salm: «Wenn es dem Gast in einem der Orte gefällt, testet er dann beim nächsten Urlaub vielleicht einen Partner-Ferienort – und bleibt so in den Alpen.» Spielt da nicht der Konkurrenzgedanke mit? «Klar gibt es ein gewisses Mass an Konkurrenz», meint Daniel Luggen, Direktor von Zermatt Tourismus, der neu im Vorstand von Best of the Alps sitzt. Er empfindet diese, kombiniert mit dem durch den Austausch untereinander gegebenen Benchmark, aber sogar positiv für die Produkteentwicklung. «Der interne Austausch ist genauso wichtig wie die Aussenwirkung», ist Ariane Ehrat, CEO der Tourismusorganisation Engadin St.Moritz, sogar überzeugt.
Braucht ein Top-Ort wie St.Moritz überhaupt so eine Vereinigung? Für Ehrat ist die Wirkung komplementär zum Engagement mit Schweiz Tourismus, gut für Märkte, auf denen St.Moritz nicht den gewünschten Bekanntheitsgrad hat und so ein Baustein im gesamten Marketingmix.
Lizenzverträge sollen Best of the Alps Geld fürs Marketing bringen
Im Vordergrund stehe bei den Mitgliedern aber die eigene Marke, so Luggen. «Best of the Alps ist ein Markenzusatz, ähnlich wie Leading Hotels of the World.» Ein Zusatz, der für Luggen allerdings noch zu wenig bekannt ist. Vor allem beim Endkonsumenten. In der Vergangenheit hat man sich – auch aufgrund begrenzter Mittel – auf die Reisebranche konzentriert. Luggen geht davon aus, dass es maximal jedem zehnten Gast bewusst ist, dass er in einem Best-of-the-Alps-Ort seine Ferien verbringt. Der künftige Geschäftsführer Sammy Salm hat sich zum Ziel gesetzt, dass jeder zweite Gast eines Best-of-the-Alps-Ortes mittelfristig die Marke kennt.
Mit Cross-Marketing will man der Marke jetzt zur nötigen Bekanntheit verhelfen. Ein möglicher Partner wäre zum Beispiel Fiat. «Da hätten wir gleich noch TV-Werbung», so Salm. Welche Firmen aus dem Alpenraum tatsächlich zum Zuge kommen, kann er noch nicht verraten. Über das Cross-Marketing will man zudem Lizenzgelder generieren, die das sehr bescheidene Vereinsbudget aufbessern. Mit einem Jahresbeitrag pro Mitgliedsort von 23000 Franken, stehen Salm gerade mal 276000 Franken im Jahr zur Verfügung. Dank Lizenzeinnahmen sollte sich das Budget verdoppeln, hofft der künftige Geschäftsführer. «Mit dem Geld wollen wir vor allem die Werbung in den Mitgliedsorten selbst stärken.» Damit der Gast weiss, wo er eigentlich logiert: Bei den Besten der Alpen.
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