Die Kantone Wallis und Tessin nehmen den Agrotourismus ernst: Das zeigt die Tatsache, dass beide Kantone ein Gesetz zur aktiven Förderung des Agrotourismus verabschiedet haben. Der Kanton Wallis stützt sich dabei auf drei Säulen ab: Die Beratung, die Strukturhilfe und die Vermarktung. Zuständig für die koordinierte Vermarktung ist seit 2007 die Walliser Landwirtschaftskammer (WLK), die einen entsprechenden Leistungsvertrag mit Volkswirtschaftsdirektor Jean-Michel Cina abgeschlossen hat. Die Landwirtschaftskammer hat seither eine Broschüre mit 112 Leistungserbringern ausgearbeitet und die Internetseite feinschmecker-wallis.ch entwickelt. Dort finden sich vielfältige Informationen zu Übernachtungsangeboten auf dem Bauernhof und regionalen Spezialitäten inklusive Bezugsadressen. Die ganze Website ist im look-alike der Marke «Wallis» gehalten. Sie kommt frisch und modern daher, zudem ist sie verlinkt mit den nationalen Anbietern «Ferien auf dem Bauernhof», «Schlaf im Stroh!» und «tourisme rural». Es ist deshalb davon auszugehen, dass bezüglich Kooperation auch gegenüber der neuen, agrotouristischen Dachorganisation keine Berührungsängste bestehen (siehe Text oben).
Ebenfalls einen grossen Schritt Richtung Professionalität hat der Agrotourismus im Kanton Schwyz gemacht. 25 Anbieter haben sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen, um den Agrotourismus weiterzuentwickeln. Erste Resultate sind bereits sichtbar. Die Bauernfamilien haben gemeinsam mit dem Amt für Landwirtschaft die Website agrotourismus-schwyz.ch aufgebaut. Die Website bietet einen umfassenden Überblick vom Schlafen im Stroh am Jakobsweg über Hedy’s Älplermagronen in der Alpwirtschaft Gehren bis zum Bienenlehrpfad in Pfäffikon. Gut ersichtlich ist auch, welche der Betriebe bereits heute das Qualitätsgütesiegel des Tourismus Q erarbeitet haben. Weiterführende Links zu den nationalen Anbietern fehlen bisher noch.
Auch der Kanton Graubünden will den Agrotourismus gezielt fördern. «Bis Ende Jahr wollen wir eine umfassende Strategie zum Agrotourismus Graubünden verfassen», sagt Michael Caflisch, Leiter Tourismusentwicklung beim kantonalen Amt für Wirtschaft und Tourismus. Bei Null muss er dabei nicht beginnen. Der Kanton hat bereits im letzten Februar einen Leitfaden für Praktiker publiziert, der die Rahmenbedingungen und Möglichkeiten des Agrotourismus in Graubünden aufzeigt. Bezüglich nationaler Dachorganisation gibt er sich zurückhaltend: «Wenn sie Nutzen stiftet und gute Angebote für einzelne Bauern, Regionen und Kantone bietet, sind wir mit dabei.»
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