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04.03.2010
Wie Uhren ticken und Textilien gewebt sind
In der Weberei Bauma wird immer noch von Hand gewebt.
In der Weberei Bauma wird immer noch von Hand gewebt. (© zvg)
Touristische Lehr- und Erlebnispfade gibt es viele. Zwei von ihnen haben eines gemeinsam: Auf der «route de l’horlogerie» und auf dem «Industrielehrpfad» ist man der Geschichte von Industrie und Kultur einer Region auf der Spur.
Olivier schmid

Es wäre schon fast eine Pilgerwanderung, die «route de l’horlogerie» von Genf der Jurakette entlang durch das Vallée de Joux nach Yverdon, durch das Val-de-Travers nach Neuenburg und über La Chaux-de-Fonds durch den Kanton Jura bis nach Basel zu gehen. Freunde der Uhrmacherkunst beschränken sich daher besser auf eine Region, etwa auf das Vallée de Joux im Waadtländer Jura oder auf die Gegend um Neuenburg, La-Chaux-de-Fonds und Le Locle oder auf den Kanton Jura. In einigen Städtchen kommen sie der jahrhundertealten Tradition auf Uhrenwegen auf die Spur, in anderen können sie Museen oder Uhrenateliers besichtigen. Wenn sie Glück haben, finden sie auch eine Uhrenfabrik, die auf Voranmeldung Führungen anbietet. Eine von ihnen ist «Parmigiani Fleurier» im Val-de-Travers. Das Unternehmen bietet Uhrenliebhabern und potenziellen Kunden 2-tägige Führungen an, bei denen die Produktion einer Uhr von A bis Z mitverfolgt werden kann. Bei Bedarf organisiert es auch die Reise zur Fabrik. Auch Führungen von ein paar Stunden sind möglich. Dann kann aber nur die Endproduktion, das heisst die Zusammensetzung der zum Teil extern hergestellten Uhrenkomponenten beobachtet werden. Laut Nina Zanetti, Verantwortliche der «Corporate Media Relations» von «Parmigiani», werden Fabrikbesichtigungen angeboten, um den Bekanntheitsgrad und die Glaubwürdigkeit der Firma zu steigern. Ziel sei nicht, Uhren zu verkaufen, auch wenn der Besuch Interessenten in ihrem Kaufentscheid unterstütze. Die Besucher kämen aber nicht nur wegen der Uhrenfabrik in die Region, sondern interessierten sich auch für andere Sehenswürdigkeiten, so Zanetti.

Im Gegensatz zur «route de l’horlogerie» kann der Industrielehrpfad im Zürcher Oberland – je nach Anzahl der geplanten Besichtigungen – in wenigen Tagen erwandert werden. Rund 30 Kilometer Wanderweg verbinden 50 technik- und industriegeschichtliche Sehenswürdigkeiten vom Greifensee bis nach Bauma im Tösstal. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die Spinnerei Neuthal mit eigenem Textilmaschinenmuseum, die Wasserrad-Sagi Stockrüti, die Brauerei Uster mit Dampfmaschine oder die Mühle Kempten, ebenso das Dampfschiff Greif, die Lokomotive Uster und die Dampfbahn Bauma-Hinwil. Mit Letzterer seien im 2009 rund 20000 Passagiere unterwegs gewesen, sagt Alexandra Pongratz von der Geschäftsstelle «Tourismus Region Zürcher Oberland». «Mit dem Industrielehrpfad wollen wir sowohl den Tourismus fördern als auch die Tradition und Geschichte der Region vermitteln». Das Angebot werde nicht nur via Internet vermarktet, sondern auch mittels Broschüren, die in Einkaufszentren, öffentlichen Verkehrsmitteln, Museen und Restaurants auflägen.

In der Handweberei Bauma kann der Besucher den Weberinnen bei der Ausübung des typischen Handwerks – früher verdienten sich die Bauern im Zürcher Oberland mit Spinnen und Weben einen Nebenverdienst – über die Schultern schauen. Die Handweberei wird von der Genossenschaft Heimatwerk Züri Oberland geführt und engagiert sich für den Erhalt der jahrhundertealten Tradition der Textilherstellung.

 

www.juraregion.ch

www.industrielehrpfad-zo.ch

 

  
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Wer wissen will, wie eine Uhr tickt, ist bei «Parmigiani Fleurier» richtig. <nobr>   (© zvg)</nobr>
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