Peter und Margrit Bütler ermöglichen Gästen «Ferien auf dem Bauernhof». Die Familie vermietet eine 3,5-Zimmer-Wohnung und zwei Doppelzimmer mit Dusche und WC auf der Etage. Für das Doppelzimmer bezahlen ihre erwachsenen Gäste täglich 45 Franken und Kinder 25 Franken. Dazu kommt die Endreinigung für 20 Franken pro Zimmer. Zusätzlich betreiben Bütlers noch einen Partyraum, wo Brunchs, Hochzeits- und andere Feiern stattfinden.
Auf den Agrotourismus ist Bütler vor 30 Jahren gekommen. «Ich sollte aus tierschützerischen Gründen meinen Stall umbauen lassen.» Stattdessen hat er damit begonnen, Feriengäste zu beherbergen. Wer Gäste aufnehme, müsse Herzblut dafür aufbringen, sagt Bütler. «Und es braucht die passende Frau und Kinder, die mitmachen.»
Bütlers sind froh um die agrotouristischen Einnahmen, denn sie führen ihren landwirtschaftlichen Betrieb im Nebenerwerb. «Ich arbeite zusätzlich 40 Prozent in der Metallbranche», erklärt er. Heute sind Ferienwohnung und Zimmer an 200 bis 240 Tagen jährlich vermietet. «Diese Auslastung stimmt für uns.» Doch würde er gerne nochmal eine bis zwei Ferienwohnungen bauen. «Dann würde ich nicht mehr auswärts arbeiten, sondern nur noch unsere Feriengäste betreuen.» Obwohl, sagt er, die Gäste im Laufe der Jahre kritischer geworden seien. Grundsätzlich jedoch mache er gute Erfahrungen mit seinen Gästen. «In den letzten 30 Jahren kamen nur zwei bis drei Personen, die ich auf die schwarze Liste setzen würde», zieht Bütler Bilanz.
Früher waren 90 Prozent seiner Gäste Ausländer, «weil die Schweizer dieses agrotouristische Angebot noch nicht kannten». «Heute reisen noch zwischen 40 und 50 Prozent unserer Gäste aus dem Ausland an, einige davon auch aus Kalifornien, Dubai und Moskau.» Die meisten ausländischen Gäste jedoch kommen aus Deutschland. Bütlers bieten ihren Gästen keine besonderen Angebote, «einfach nur Tiere, Ruhe und Erholung». Seine Kunden, glaubt er, buchten nicht Bauernhof-Ferien weil sie günstig sind. «Sondern weil sie die Naturverbundenheit suchen.» Manchmal legen die Gäste bei den täglichen Arbeiten auf dem Hof und im Garten spontan mit Hand an. «Als Dank laden wir sie zu einem Essen oder einem Glas Wein ein.» Den Betrieb stören würden die Gäste nicht, versichert er. «Man muss einfach klare Regeln aufstellen.» Und die Sicherheit für die mit dem bäuerlichen Betrieb nicht vertrauten Gäste sei gewährleistet. «Wir hatten ja selber kleine Kinder.»
Bütlers Konzept scheint aufzugehen. «98 Prozent empfehlen uns weiter, wie die Gästefragebögen zeigen.» Einige Stammgäste kommen schon seit zehn Jahren. Trotzdem, auf den Lorbeeren ausruhen will er sich nicht: «Wir müssen immer besser werden», sagt er.
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