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05.07.2012
Zweimal vier Sterne
Das Hotel Einstein St. Gallen mit seinem Congress Center trägt jetzt vier Sterne. Hoteldirektor Markus Kraus strebt nach einer höheren Klassifizierung.
Das Hotel Einstein St. Gallen mit seinem Congress Center trägt jetzt vier Sterne. Hoteldirektor Markus Kraus strebt nach einer höheren Klassifizierung. (Bild: zvg)
Das Radisson Blu Hotel und das «Einstein St. Gallen» sind zwei Businesshotels im 4-Sterne-Bereich. Geführt werden beide von motivierten und innovativen Direktoren.
Christine Künzler

Dany Lützel, der General Manager des Radisson Blu Hotel in St. Gallen, ist jung und ideenreich. Er und sein Küchenchef Jan Brosinsky waren es auch, die den Kräutergarten auf dem Vordach des Hotels initiiert haben. Brosinsky bedient sich täglich der frischen, duftenden Kräuter. Das können auch die Hotelgäste: Für 20 Franken sind sie Mitglied des Kräutergarten-Clubs und dürfen ein Jahr frische Kräuter aus dem Hotel-Garten beziehen. Dort werden übrigens auch Grill-Events durchgeführt - zur Freude der Gäste, wie der General Manager versichert. Ein weiterer Event, mit dem er seine Gäste begeistert, ist das winterliche Fondue auf der Dachterrasse.

Originell auch die Tischsets auf den Frühstückstischen: Der Gast speist auf der kopierten Titelseite des jeweils neusten St. Galler Tagblatts. Das kulinarische Angebot im «Olivé» verfolgt eine besondere Philosophie: «Wir setzen jeden Monat ein spezielles Thema. Etwa Erdbeeren, Fisch oder Bärlauch, und stellen dann die Bücher mit den passenden Rezepten dazu», erklärt Lützel. «Wir bereiten alle Gerichte frisch zu.» Und der Sonntagsbrunch mit Köstlichkeiten wie ein Loup de Mer in Salzkruste oder frische Waffeln sei sozusagen ein Selbstläufer. «Wir empfangen jeweils durchschnittlich zwischen 60 und 90 Gäste.» Mit solchen Angeboten will Lützel sein «Business-Kettenhotel» persönlicher gestalten.

Mehrwert für die Gäste

Das Radisson Blu Hotel St. Gallen ist mit vier Sternen Superior ausgezeichnet und wurde letztes Jahr zum Franchise Hotel of the Year gewählt. Das Haus umfasst 111 Zimmer und Suiten und in einem Nebengebäude 12 Junior-Suiten.

Über die Auslastung spricht er nicht: «Radisson gibt keine Zahlen bekannt.». Er spüre, sagt er, jedoch den Einbruch der deutschen Gäste. Und er stelle auch die Preissensibilität der Seminarorganisatoren fest. Einige würden ins grenznahe Ausland ausweichen. «Wir gehen bei der Gästebetreuung grundsätzlich etwas weiter, als wir müssten», sagt Lützel. «Jeder Gast soll unser Hotel und Restaurant zufrieden verlassen können.»

Lützel ist Präsident von Hotel St. Gallen Bodensee, einer Untergruppe des Regionalverbands hotelleriesuisse Ostschweiz, die sich vor allem als Marketinggruppe versteht. «Die St. Galler Hoteliers machen einen guten Job», zieht er Bilanz. Doch es fehle ein 5-Sterne-Hotel. Vor allem als Aushängeschild gegen aussen.

Das Hotel Einstein will mehr Leisure-Gäste holen

Für ein 5-Sterne-Haus spricht sich auch Markus Kraus aus, der General Manager des Hotel Einstein St. Gallen. Dem 4-Sterne-Haus mit 113 einladenden, neu renovierten Zimmern und Suiten ist ein edles Congress Center mit 14 Meetingräumen für bis zu 400 Personen angegliedert. In den Plenarraum passen 300 Menschen. Kraus kann aber auch grössere Bankette durchführen und die Gäste über mehrere Etagen des Kongressgebäudes verteilen. Herkunftsmärkte der Seminargäste sind die Schweiz und die Nachbarländer. Je länger je mehr kommen auch Gäste aus England und Amerika, sagt Kraus. Ein Plus sei der Einstein-Fitnesspark, mit dem das Hotel kooperiert. «Das ist oft mit ein Grund, weshalb Gäste gerade unser Hotel buchen», so Kraus. Die Wochenenden lastet er mit Golf- und Wellness-Packages aus. Zudem hat er ein Angebot kreiert für Eltern und Freunde, die Studenten an die HSG-Aufnahmeprüfung begleiten.

«Für den Leisure-Bereich akquirieren wir auch aktiv auf den Märkten China und Russland. Den internationalen Markt zu erschliessen, gehört zu unserer Strategie», hält Markus Kraus fest. «Wir sind generell gut auf Kurs», zieht er Bilanz. Auch er gibt keine Auslastungszahlen bekannt. Für die nächsten zwei Jahre geht er von einem «gesunden Wachstum» im Seminarbereich aus, denn das Congress Center besteht erst seit drei Jahren. «Dann wird sich das Geschäft wohl einpendeln.»

Im August lanciert Kraus das neu renovierte Restaurant im Dachgeschoss des «Einstein». «Wir wollen näher zum Gast», sagt er. Geboten wird eine Gourmetküche, jedoch nicht im Hochpreissegment. Der junge Küchenchef Klaus Schlachter kocht mit lokalen Produkten und setzt auf originelle Kombinationen und Präsentationen. «So einfach wie möglich, ein Mix zwischen traditionell und modern.»

Mehr Hotelbetten für die Stadt St. Gallen sind schon mal geplant

In der St. Galler Hotelszene tut sich etwas. Das geplante Olma-Hotel im 2- bis 3-Sterne-Bereich, ein Express by Holiday Inn, soll von der Betreibergesellschaft des Radisson Blu geführt werden. Allerdings läuft zurzeit ein Rechtsstreit darüber, ob das Hotel überhaupt zonenkonform ist oder nicht. Die gleiche Betriebsgesellschaft plant ein weiteres Hotel, ein «Park Inn by Radisson». Sicher gebaut wird das Business Hotel St. Gallen: ein 3-Sterne-Hotel mit 47 Doppelzimmern. Die Stadt bietet aktuell 1318 Hotelbetten. Die durchschnittliche jährliche Zimmerauslastung liegt zwischen 40 und 50 Prozent.

  
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