hotelarchiv
22.09.2011
Grand Hôtel de la Metropole, Genf (GE)
(© Hotelarchiv Schweiz/zvg)
Hotelarchiv

In diesem Stich wird mit der Grossstadt geworben: Genf ist die Metropole am Ende des Lac Léman, und wenn man den See, der hauptsächlich ein Waadtländer See ist, auf deutsch «Genfersee» nennt, ist dies kein Zufall. Die Stadt zog den See an sich wie Zürich den «Zürisee». Und das bereits zu einer Zeit, als die Kerzen im Gasthof zum Tagespreis gehörten!

Zum Stichwort Kerzen ist etwas weiteres zu bemerken: Links im Bild, hinter dem Hotel, steht die Russische Kirche. Wie schon erwähnt, waren es meist die Hoteliers, die das Land oder das Geld spendeten, um Kirchen eines anderen Glaubens in unmittelbarer Nähe des Hotels zu bauen. Einer alten Tradition nach musste der Gasthof, wie zu früheren Zeiten das Hospiz, auch für die Ruhe der Seelen der Gäste sorgen. In Genf, Rom des Protestantismus genannt, war es der Grosse Rat, der 1863 beschloss, den im Kanton residierenden Russen und anderen Personen des griechisch-orthodoxen Glaubens die Möglichkeit zu geben, ihre Religion «einfach und ehrlich» – d’une manière facile et honorable – auszuüben. Der Grosse Rat fügte hinzu, dass nirgendwo die Religionsfreiheit besser gewährleistet und garantiert war als in Genf, hatte er doch den Lutheranern, Anglikanern und den Juden die gleichen Rechte zugestanden (Quelle: http://orthodoxie.ch/doc/histoire/Geneve_gr.htm).

Die Neue Kirche wurde am 14. bzw. 26. September 1866 eingeweiht. Ihre nahe Lage diente dem Grand Hotel de la Metropole als Werbung, genau so wie das Dampfschiff Le Cygne, das 1875 erbaut worden war.

  
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