hotelarchiv
18.10.2011
Grand Hotel Sonnenberg, Seelisberg (UR)
(© Hotelarchiv Schweiz/zvg)
Hotelarchiv

Worte, die ins Auge stechen: Bains électriques, douches, massage, inhalation... Also Hydrotherapie. Hydrotherapie wurde fast zufälligerweise 1827 in Schlesien wiederentdeckt. Im Mittelalter, als man sich noch oft mit Wasser wusch, wusste man um die Heilkraft des Wassers. Seitdem hatte man vergessen, dass Wasser auch ein Heilmittel sein konnte, bis ein Strom kalten Wassers in einem Tannenwald bei Gräfenberg zu Therapiezwecken eingesetzt wurde. Kalte Duschen wurden gegen alle Arten von Krankheiten verschrieben; die Genesung beruhte auf der Stärkung der natürlichen Abwehrkräfte.

In der Schweiz waren es Albisbrunn und Meiringen, die als erste diese Art der Therapie entwickelten. Man baute Kabinen und darin technische Einrichtungen, die das Wasser gezielt über den Körper fliessen liessen, von oben nach unten oder auch umgekehrt.

Zur Behandlung von Neurosen erfanden die Ärzte die Elektrotherapie: Eine Badewanne mit einer doppelten Wand, worin Kupferplatten an Strom angeschlossen waren, diente als Behandlungsort. Das Wasser leitete den schwachen Strom in der Stärke von 12 bis 18 Volt, und dem Patienten kräuselte die Haut... Diese Therapie jedoch war gefährlich und auch die mutigsten Hoteliers verzichteten nach diversen dramatischen Zwischenfällen auf die Anwendung dieser modernen Kur!

Der Stich erwähnt einen weiteren geheimnisvollen Apparat: appareil pneumatique (Geiger). Hier sind zwei Versionen möglich: Es gab tatsächlich einen Apparat, der Quellenwasser mit komprimierter Luft vermischte und dadurch das Inhalieren verstärkte. Nur hiess der Erfinder Geigl-Mayer und nicht Geiger, wie im Stich geschrieben. Andererseits konnte man Dank der Erfindung eines Hans Geiger seit 1913 die ionisierende Strahlung messen, was wiederum mit dem Strom der Bäder in Verbindung stünde. Wenn man den Stich aber näher betrachtet, erkennt man, dass die Zeichnung vor 1913 entstanden ist und es sich hier um einen «Tippfehler» (eigentlich ein Satzfehler aus dem Satzkasten des Typografen) handelt.

  
Werbung
ihr kommentar zum artikel
Was denken Sie zu diesem Thema? Schreiben Sie einen kurzen Kommentar, Ihre Meinung interessiert uns!


Betreff
Text
Hinweis: Es sind max. 400 Zeichen erlaubt.
   
Name
Email
   
Code
   * Bitte obenstehenden Code eingeben
   
   Ich bin mit den Spielregeln einverstanden


Aktuelle Themen