hotelarchiv
16.03.2010
Hotel Chantarella, St. Moritz (GR)
Ansichtskarte des Hotel Chantarella
Ansichtskarte des Hotel Chantarella (© Hotelarchiv Schweiz, Sammlung Roland Flückiger-Seiler, Bern/zvg)

Das Hotel Chantarella in St. Moritz wurde 1912 als Erholungs- und diätetische Höhen-Kuranstalt eröffnet und gleichzeitig durch eine Drahtseilbahn mit dem Dorf verbunden. Die ursprüngliche Funktion als hochalpine Kuranstalt drückt sich in der abgeschiedenen Höhenlage oberhalb des Dorfes sowie in der Ausrichtung des Gebäudes zu Licht und Sonne deutlich aus. Das Haus entstand nach Plänen des im Hotelbau bekannten Luzerner Architekten Emil Vogt: Dieser verstand es, die Fassaden trotz einer eher alpin-kargen Gestaltung mit zahlreichen Gestaltungselementen aus der traditionellen Architektur des Engadins, wie Erker, Sgraffito und Trichterfenster, anzureichern. Mit dem Umbau zum Hotel um 1920 kam auf der Westseite ein zusätzlicher Flügelbau von Architekt Vogt hinzu; der 1928 geplante Ostflügel des einheimischen Architekten Valentin Koch hingegen wurde nicht mehr realisiert.

Nach langen Jahren des Leerstands und etlichen vergeblichen Rettungsversuchen stand das inzwischen völlig heruntergekommene Haus einem Zonenplan für schicke Villen in dessen Nähe im Weg. Im Hinblick auf die geplante Ski-WM 2002 wurden die Überreste des einst stolzen Hotelbaus beseitigt und damit eine gute Gelegenheit verspielt, in bester Aussichtslage ein historisches Hotel zu erhalten.

Zum Hotel Chantarella siehe:
RUCKI ISABELLE. Das Hotel in den Alpen - Die Geschichte der Oberengadiner Hotelarchitektur von 1860 bis 1914. Zürich 1989. Seite 189.

Weitere Literatur zu den Hotels im Oberengadin:

FLÜCKIGER-SEILER ROLAND. Hotelpaläste zwischen Traum und Wirklichkeit. Schweizer Tourismus und Hotelbau 1830-1920. Baden 2003. Seiten 172-188.

  
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Ansichtskarte des Hotel Chantarella, Stempel von 1938   (© Hotelarchiv Schweiz, Sammlung Roland Flückiger-Seiler, Bern/zvg)
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