hotelarchiv
02.07.2009
Hotel Gibbon, Lausanne (VD)
(© Hotelarchiv Schweiz/zvg)
Hotelarchiv

Das Hotel Gibbon wurde 1839 nach Plänen des Architekten Henri Fraisse (1804-1841) als erstes Grosshotel in der Stadt Lausanne erbaut. Die Bauleitung oblag dem jungen Architekten Bernhard Simon (1816-1900), der später in St. Petersburg zu grossen Ehren kommen sollte und nach seiner Rückkehr in die Schweiz als vielbeschäftigter Architekt tätig war. 1868 erwarb er in Bad Ragaz die Hotels Hof und Quellenhof und modernisierte sie.

Dank seiner wunderbaren Aussichtslage am unteren Rand der Altstadt an der Place St. François wurde das Hotel Gibbon bald in ganz Europa bekannt. Auf der Seeseite bildete der mehrstufige Park mit einer baumbestandenen Grossterrasse sowie einem Landschaftsgarten nach englischem Vorbild eine der imposantesten jemals realisierten Gartenkompositionen bei Schweizer Hotelbauten im 19. Jahrhundert. Im Reiseführer von 1841 lobte Johann Jakob Leuthy dieses Hotel ganz besonders und bezeichnete seine Lage als «unstreitig die schönste unter den Gasthöfen der Schweiz».

Beim Umbau von 1858 wurde im Mittelteil das Dachgeschoss durch den Einbau eines fünften Stockwerkes ausgebaut und der in der Gebäudemitte gelegene Haupteingang mit einem Peristyl neu gestaltet. 1920 musste das Hotel dem Neubau des Bankgebäudes für die Bankgesellschaft weichen.

Weitere Literatur zu den Hotels am Genfersee:

Flückiger-Seiler, Roland: Hotelträume zwischen Gletschern und Palmen. Schweizer Tourismus und Hotelbau 1830-1920. Baden 2001. Seiten 88-109.

Flückiger-Seiler, Roland: Le développement de la construction hôtelière sur l’arc lémanique. In: Revue historique du Mandement de Bex, No XXXIII/2000. Bex 2000, p. 3-14.

Flückiger-Seiler, Roland: L'hôtel-palace au XXe siècle entre abandon et redécouverte. In: Maillard Nadja (ed.) Beau-Rivage Palace Histoire(s). Lausanne 2008. S. 232-241.

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