Das Wallis, das sich im 18. Jahrhundert den Fremden gegenüber noch ungastlich gezeigt hatte und deshalb von Touristen kaum aufgesucht wurde, entwickelte sich im Verlaufe des 19. Jahrhunderts zum Eldorado für den Hochgebirgstourismus. Bereits um 1800 tauchten gemäss zeitgenössischen Berichten vermehrt Fremde als Gäste in diesem entlegenen Seitental auf. Um 1830 logierten die ersten Fremden am Fusse des Matterhorns beim dortigen Pfarrer. 1839 erhielt der Zermatter Dorfarzt Josef Lauber vom Walliser Staatsrat die Erlaubnis, sein Haus als «Laubers Wirtshaus» den immer zahlreicheren Besuchern zur Übernachtung anzubieten.
1852 eröffnete der ehemalige Walliser Staatsrat Josef Anton Clemenz ein zweites Gasthaus, das Mont Cervin, mit 14 Betten. 1855 übernahm der aus dem Goms stammende Alexander Seiler das Wirtshaus von Doktor Lauber und baute es zum Hotel Monte Rosa um. 1854 gehörte wiederum der einheimische Pfarrer zu den Initianten des Gasthofes auf Riffelberg, 2’570 Meter über Meer oder mehr als 900 Höhenmeter über dem jungen Touristenort Zermatt. Damit begann der unaufhaltsame Aufstieg von Zermatt zum Zentrum der von englischen Alpinisten dominierten Bergsteigerei in den Schweizer Viertausendern.
Höhepunkt beim Bau von Gebirgshotels bildete aber der Bau des imposanten Hotels auf der Riffelalp zwischen 1877 und 1884, mehr als ein Jahrzehnt vor dem Bau der Gornergratbahn. Die Initiative dazu hatte die Hotelierfamilie Seiler ergriffen, die bei Baubeginn bereits alle bedeutenden Grosshotels im Matterhorndorf besass oder zumindest betrieb. Als Architekten engagierten sie den im Berner Oberland im Hotelbau bekannten Robert Roller aus Burgdorf.
Der erfolgreiche Hotelpionier Alexander Seiler, seit den 1870er-Jahren auch der eigentliche Hotelkönig von Zermatt, musste viel Missgunst über sich ergehen lassen: So konnte er sich in seiner neuen Heimat erst nach einem 18-jährigen Rechtsstreit mithilfe des Bundesgerichts einbürgern lassen. Auch für die Verbindung seines Hotels auf Riffelalp mit der Station der neu eröffneten Gornergratbahn wurden ihm Dornen in den Weg gelegt: er erhielt von der Burgergemeinde kein Durchfahrtsrecht, weshalb er bei der Bundesversammlung eine Konzession für eine hoteleigene Trambahn beantragte und diese 1899 auch erhielt.
Am 15. Februar 1961 brannte das Hotel Riffelalp bis auf die Grundmauern ab und damit musste auch die kleine Hotelbahn still gelegt werden. Nach dem Bau eines komplett neuen Resorts am Platz des alten Hotels entschloss sich die Eigentümerschaft zum Wiederaufbau der Trambahn, die im Sommer 2001 feierlich eröffnet werden konnte.
Weitere Literatur zu den Hotels im Wallis:
FLÜCKIGER-SEILER ROLAND. Hotelträume zwischen Gletschern und Palmen. Schweizer Tourismus und Hotelbau 1830-1920. Baden 2001. Seiten 154-167.
FLÜCKIGER-SEILER ROLAND. Alpine Hotels zwischen Rhonequelle und Furkapass.
[Schriften des Stockalperarchivs in Brig, Heft 44] Brig 2008.
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