hotelarchiv
22.10.2009
Hotel Schreiber, Rigi Kulm (SZ)
Ansichtskarte um 1910
Ansichtskarte um 1910 (© Hotelarchiv/zvg)
Hotelarchiv Schweiz

1816 konnte dank einer breit angelegten Sammlung das auf Initiative von Joseph Martin Bürgi-Ulrich entstandene erste Gipfelhaus auf Rigi-Kulm eingeweiht werden. Es unterschied sich als Blockbau mit Satteldach, auch nach der Erweiterung von 1822, noch kaum von den dort oben üblichen Alphütten.

Der 1848 eröffnete erste richtige Hotelbau auf dem Gipfel folgte dem klassizistischen Architekturvorbild: ein dreiteiliger langgezogener Holzbau, dessen Fassaden mit Pilastern und Lisenen ausgestattet waren. Weit mächtiger war das im Sommer 1857 eröffnete, durch den Zürcher Architekten Ferdinand Stadler entworfene Hotelgebäude: ein vierstöckiger Holzbau unter einem Satteldach in den Formen des Schweizer Holzstils.

Gleichzeitig mit der Inbetriebnahme der Zahnradbahn von Arth am Zugersee nach Rigi-Kulm nahm dort das grosse Hotel Schreiber seinen Betrieb auf. Es war, vom bekannten Hotelarchitekten Horace Edouard Davinet erbaut, eines der mächtigsten Hotels, das in der Schweiz auf einem Berggipfel jemals realisiert worden ist. In der sechsstöckigen Anlage mit einer bewegten Fassaden- und Dachlandschaft konnten in zwei abgewinkelten Zimmerflügeln über 250 Gäste logiert werden. Die kleinen und kleinsten Doppelzimmer in diesem Haus mit spartanischem Komfort (wenige Etagenbäder und -toiletten) wurden oft kritisiert, sie genügten offenbar aber dem Ziel dieses Passantenhauses, möglichst viele Gäste für eine kurze Nacht vor dem Sonnenaufgang zu logieren.

1952-54 wurde das einst stolze Hotel, zusammen mit allen anderen Bauten auf dem Gipfel, abgebrochen. Finanziert wurde die «Aktion zur Säuberung des Riggipfels» mit dem Talerverkauf von 1951 des Schweizer Heimatschutzes. Als Ersatz entstand der noch heute erhaltene Neubau nach Plänen des damaligen Heimatschutzarchitekten Max Kopp, ein länglicher, viergeschossiger Steinbau mit Satteldach. Eingeweiht wurde er an der 1955 organisierten Jubiläumsfeier des Schweizer Heimatschutzes zu seinem 50-jährigen Bestehen. Gemäss Jahresbericht liess man «die letzten Reste der ehemaligen Prunkgasthäuser […] am Abend des Jubiläumstages sinnbildlich in Flammen aufgehen.»

Wettbewerb

Unter den 47 Einsendungen waren 43 richtige dabei: Diese tippten auf das Hotel Schreiber auf Rigi-Kulm. Ausgelost als Gewinner wurde Simon Aellig-Bumann aus Münster VS. Der Gewinner erhält 6 Flaschen Contarini Schaumwein gesponsert von der Haecky Holding in Reinach. .

Weitere Literatur zu den Hotels an der Rigi:

Weber Felix: 175 Jahre Rigi Kulm-Hotel. Rigi Kulm 1991.

Flückiger-Seiler Roland: Hotelträume zwischen Gletschern und Palmen. Schweizer Tourismus und Hotelbau 1830-1920. Baden 2001. Seiten 134-152.

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