hotelarchiv
15.09.2011
Hotel Waldhaus, Davos (GR)
(© Hotelarchiv Schweiz/zvg)

Auch wenn sich alle Stiche auf den ersten Blick gleichen, sind darin doch immer gewisse Einzelheiten verborgen, die sie von einander unterscheiden, so zum Beispiel die Wortwahl: «Ganz neu renoviert» – ein schöner Pleonasmus – zeigt dem Gast an, dass dieses Haus tatsächlich kürzlich im Komfort angepasst worden ist. Mit Sicherheit handelt es sich hier um den Baderaum und vielleicht – das könnte man in den zeitgenössischen Baubewilligungen nachprüfen – um die Balkone.

In den ersten Tagen der Hotellerie genügte es, wenn der Gast frisches Wasser ins Zimmer bekam, wenn möglich einen Krug warmes Wasser dazu. Dafür verantwortlich war die Magd, die den ganzen Tag treppauf treppab Wasser schleppte. Man wusch sich am Waschtrog und der Nachthafen war im Nachttisch versteckt. Aber die Moderne drang in den 1880er Jahren auch in die Berge und die Hoteliers waren gezwungen, bauliche Massnahmen zu ergreifen: Einerseits wurden Wasserrohre für fliessendes Wasser verlegt, übrigens vertikal, damit das Wasser so richtig stark aus dem Hahnen fliessen konnte. Andererseits musste er den Gästen ein zusätzliches Zimmer zur Verfügung stellen, in welchem eine Wanne stand, ein oder zwei Lavabos, manchmal ein Bidet und selbstverständlich ein Water Closet. Diese Zimmer, anfänglich Etagenbad genannt, befanden sich meistens in einem Anbau, oft sogar genau über dem grossen Ess- oder Festsaal oder der Veranda, um zusätzliche Maurer- und Spitzarbeiten zu vermeiden. Ab den 1890er Jahren wünschten sich die Gäste individuelle Badezimmer, die sie für sich alleine nutzen konnten. Und den Hoteliers blieb nichts anderes übrig, als ihre Häuser wieder umzubauen!

  
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