hotelarchiv
06.07.2010
Hotels Schweizerhof und Bellevue, Neuhausen (SH)
(© Club Grand Hôtel & Palace, Basel)

Die Geschichte der Hotelbauten am Rheinfall beginnt mit dem Hotel Weber, welches Johann Jakob Weber 1844 eröffnete. Der «kürzlich eröffnete, neue Gasthof, Webers Hotel» erscheint im selben Jahr bereits im ersten Reiseführer von Karl Baedeker. Nach dem Konkurs des Gründers übernahm der Hotelier Franz Wegenstein 1861 das bekannte Haus mit bester Aussicht auf den Wasserfall, gab ihm den Namen Hotel Schweizerhof und begann mit dem Ausbau.

1862/63 erhielt das Haus eine vierte Etage und eine reich dekorierte Fassade, 1879 einen mächtigen Anbau auf der Westseite. 1890 konnte der erfolgreiche Hotelier auch das 1863 neben einem ehemaligen Landgut eingerichtete Hotel Bellevue nebenan erwerben. Die beiden Häuser wiesen eine bevorzugte Lage mit Blick auf den Rheinfall auf, ihre grosszügige Gartenanlage reichte bis zum Ufer des Rheins.

1908 kamen die Hotels an eine Aktiengesellschaft, welche den Luzerner Architekten Emil Vogt mit einem Umbau des Schweizerhofs und dem Neubau eines Badehauses beauftragte. Nach zwei Konkursen musste das Hotel Schweizerhof 1914 seine Tore schliessen, während das Bellevue verkauft wurde und als Hotelbetrieb weiter bestand.

Zwischen 1915 und 1933 beherbergte das einstige Grandhotel das Institut Rhenania, dann stand das grosse Gebäude leer. 1954 wurde die zerfallene Anlage durch Luftschutztruppen abgebrochen. Heute findet sich an der Stelle des ehemaligen Hotel Schweizerhof die Parkanlage Rhenania mit Aussichtsterrasse.

Zur Geschichte der Hotels siehe:

Pfaff Robert. Der Tourismus am Rheinfall im Wandel der Zeiten. In: Beiträgen zur Schaffhauser Geschichte. Schaffhausen 1976.

  
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