set-top-boxen
09.03.2010
Cablecom: Bald kein Boxenzwang mehr
(© cablecom/zvg)
Spätestens ab dem 1. September fällt der Set-Top-Box-Zwang für digitales Fernsehen in der Schweiz weg. Darauf haben sich Preisüberwacher Stefan Meierhans und Cablecom geeinigt.

Cablecom hat sich gemäss Mitteilung verpflichtet, für TV-Geräte mit Digital-Empfänger (DVB-C) und dem «Common Interface Plus»-Standard (CI+) den Empfang der digitalen Programme ohne Set-Top-Box zuzulassen. Der Erwerb einer Steckkarte, eines CI+ Moduls, erfolgt im Fachhandel. Für den Empfang des digitalen Grundangebots via CI+ Modul werden von der Cablecom keine Kosten erhoben. Für das CI+ Modul seien Fernseher der neuesten Generation erforderlich, erklärte der Preisüberwacher auf Anfrage. «Ob sich die neue Technologie fächendeckend durchsetzt, wird der Markt entscheiden.»

Konsumentenschutz: «Kundenunfreundlich»
Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) äusserte sich erfreut darüber, dass der Set-Top-Box-Zwang wegfällt. Sie kritisierte aber, dass Cablecom auf den «kundenunfreundlichen» Standard CI+ setze, statt auf den heute gängigen Standard CI. Letzterer sei etabliert in allen modernen Fernsehgeräten. Die Steckkarte, die so genannte DigiCard, koste einmalig 99 Franken. Die SKS begrüsst, dass dafür keine Abonnementsgebühren erhoben werden. Angesichts des Preises von monatlich 4 Franken für die Set-Top-Box und die Einschränkung durch CI+ seien 99 Franken jedoch zu hoch.

Wie Preisüberwacher Meierhans weiter mitteilte, wird ab 1. Juni die Set-Top-Box für hochauflösendes Fernsehen (HDTV) um ein Drittel billiger. Boxen ohne HDTV bleiben gleich teuer, und der Kabelfernseh-Anschluss wird leicht teurer. Der Mietpreis für die günstigste, neu HDTV-taugliche Set-Top-Box zum Empfang des digitalen Grundangebots sinkt von heute 6 Franken auf 4 Franken pro Monat.
Im Gegenzug steigt der Abonnementspreis für den Kabelanschluss um 70 Rappen pro Monat auf 23.20 Franken.

Neue Set-Top-Box
Die neue Set-Top-Box erlaubt den Zugriff auf 55 Programme, darunter das HD-Angebot der SRG und nach regionaler Verfügbarkeit die «Fernsehen auf Abruf»-Funktionalität der SRG-Programme. Für bestehende Abonnenten wird das bisherige digitale Grundangebot mit 110 Programmen ohne HDTV weitergeführt. Die Monatsmiete für die dazugehörige Set-Top-Box bleibt unverändert. Erfolgt ein Wechsel zum neuen Angebot vor Ablauf der Vertragsdauer, kann Cablecom für den Umtausch der Set-Top-Box eine einmalige Gebühr von 25 Franken verlangen.

Die Cablecom hat sich verpflichtet, bis mindestens Ende 2012 auf eine weitere Preiserhöhung zu verzichten sowie mindestens 36 analoge Fernseh- und 35 analoge Radioprogramme anzubieten. Mittelfristig sei ein vollumfänglicher Umstieg auf digitales Fernsehen zu erwarten, schreibt der Preisüberwacher. Die zunehmende Verbreitung von HDTV und von interaktiven Fernsehinhalten setze natürlich moderne und leistungsfähige Kabelnetze voraus. (rom/sda)

  
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