wallis
06.09.2010
Die Suonen sollen ins Weltkulturerbe
Panorama- und Ruhebänke entlang der legendären Suonen bei Vercorin.
Panorama- und Ruhebänke entlang der legendären Suonen bei Vercorin. (© Swiss-Image)
Die Suonen, die traditionellen Bewässerungskanäle im trockenen Wallis, sollen in die Liste des Unesco-Kulturerbes aufgenommen werden. Diese Pläne werden nun vorangetrieben. Erste Vorstösse sollen noch im Herbst erfolgen.

Im Wallis gibt es fast 200 der traditionellen Bewässerungskanäle, die eine Länge von 1'000 Kilometern aufweisen. Gemäss Emmanuel Reynard, Präsident des Organisationskomitees und Professor für Geografie an der Universität Lausanne, könnten die Suonen in die Liste des Kulturerbes aufgenommen oder durch eine Ausweitung der Unesco-Naturerbe-Region Aletsch-Jungfrau dauerhaftem Schutz unterstellt werden. Eine andere Option wäre die Zusammenarbeit mit anderen Alpenregionen. Dies würde über die Suonen hinausgehen und generell Bewässerungssysteme in trockenen Alpenregionen umfassen.

Viele Interessenten und kaum Opposition
Die Walliser Kantonsregierung erklärte sich zur Unterstützung einer Kandidatur bereit, nachdem seit letzten Donnerstag in Sitten ein Kolloquium zu den Plänen stattfand. Es nahmen rund 300 Personen an diesem Anlass teil. Auch Bundesvertreter signalisierten Zustimmung. Reynard konstatierte auch, dass es politisch keine Opposition gebe. Am 15. Oktober will man nun eine Suonen-Vereinigung schaffen.
 
Historische Wasserleitungen mit grossem Nutzen
Entlang der Suonen oder französisch «Bisses» genannten Kanäle führen heute oft Wanderwege. Bei den Suonen handelt es sich um teilweise spektakuläre Bauten, die in den Felsen gehauen oder als Holzkanäle entlang von Felswänden gebaut wurden. So gelang es den alten Wallisern in Gemeinschaftsarbeit, Wasser aus Gebirgsbächen oder von Gletschern zu den trockenen Feldern an den Bergflanken zu führen.

Die Suonen bildeten die Grundlage, damit in den niederschlagsarmen Gebieten überhaupt Landwirtschaft betrieben werden konnte, und die Menschen ein Auskommen fanden. Noch heute werden viele Felder und Weiden auf diese Art bewässert. Zudem sind sie ein gutes Instrument im Kampf gegen Wald- und Flurbrände. (npa/sda)

  
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Wandern entlang den Suonen bei Nendaz. <nobr>   (© Swiss-Image)</nobr>
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