bahntourismus
26.07.2010
Ganze Furka-Bergstrecke befahrbar
(© zvg)
Auf diesen Augenblick haben Dampfbahnfreunde lange gewartet: Nach fast 30 Jahren ist die Furka-Bergstrecke wieder durchgehend von Oberwald VS nach Realp UR mit Dampfzügen befahrbar.

Das letzte Gleisstück zwischen Oberwald und Gletsch wird am 12. August eröffnet. Seit 2007 arbeiten Freiwillige intensiv am 4,9 Kilometer langen Streckenabschnitt. Sie kamen aus der ganzen Schweiz, aber auch aus Deutschland und den Niederlanden, erklärte der Medienkoordinator Peter Walser auf Anfrage.

Nachdem die Freiwilligen jahrelang Schnee und Geröll weggeräumt, Brücken restauriert, Geleise verlegt und geschottert haben, wird die Dampfbahn Furka-Bergstrecke (DFB) dem Bahnhof Oberwald angeschlossen. Mit noch einem Umsteigen ab Brig können die Dampfbahntouristen den Furkapass queren oder ganz einfach nach Gletsch in die Nähe des Rhonegletschers fahren.

Hunderte Freiwillige, vom Lehrling bis zum Manager
Eigentlich hätte die Bergstrecke stillgelegt und abgebrochen werden sollen, nachdem ein Tunnel, das «Furka-Loch», Oberwald mit Realp verband und die Bahnverbindung vom Goms ins Urserental damit ganzjährig befahrbar wurde. Doch Bahnfreunde «waren damit nicht einverstanden», schrieb die DFB am Montag.

Im Verein Furka-Bergstrecke versammelt und zunächst als Querulanten und Spinner belächelt, erreichten sie 1984 einen Aufschub der Abbrucharbeiten. Seit 1985 haben jeden Sommer Hunderte von Freiwilligen - vom Lehrling bis zum Manager - Ferien und Freizeit für das Wiederinstandstellen der Furka-Bergstrecke «geopfert». Mit bescheidenen Mitteln begannen sie in Realp, das grösstenteils mit Zahnstangen versehene Gleis in Fronarbeit wieder herzurichten.

Ziel in Etappen erreicht
Ab 1992 verkehrten die Nostalgiezüge vorerst ab Realp bis Tiefenbach UR und 1993 bis zur Station Furka. Im Jahr 2000 wurde nach der Instandstellung des Furka-Scheiteltunnels die Walliser Kleinsiedlung Gletsch erreicht. Und nun, ab dem 12. August, fährt die Dampfbahn bis ins Tal runter nach Oberwald. Dann wird der Fahrplan mit demjenigen der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) abgeglichen. (rom/sda)

  
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