«Das Hotel ist das Beste, was mir passieren konnte». Katja Debbabi, in Österreich aufgewachsen, lebt seit drei Jahren im Hotel Inseli in Romanshorn. Dass ihr Mann Sami das Hotel leitet, sei gut so, meint die 30-Jährige. Sie sei froh, im Hotel viele verschiedene Aufgaben zu haben: Sie leitet die Reception, hilft im Service, und wenn Not an der Frau ist, auch in der Wäscherei.
«Würde nie was anderes machen wollen»
In einem Hotel zu arbeiten, das sei schon immer ihr Traum gewesen, erzählt Debbabi weiter. Weil es in Österreich früher nur private Hotelfachschulen gab und ihre Mutter vier Kinder alleine aufziehen musste, sei dieser Weg aber finanziell nicht drin gelegen.
So absolvierte Katja Debbabi die Matur und lernte Sprachen. Um etwas Geld zu verdienen, arbeitete sie schliesslich in einem Hotel in Davos. Eigentlich seien zwei Monate geplant gewesen. In Schweizer Hotels geblieben ist sie bis heute. Debbabi ist überzeugt: «Ich würde nie was anderes machen wollen».
Man achtet auf Kleinigkeiten
Ihrem Mann Sami Debbabi - in Tunesien geboren und seit über 30 Jahre in der Schweiz - habe das Hotel Inseli schon immer gut gefallen, weiss Katja Debbabi. Vor drei Jahren bot sich den beiden die Gelegenheit, es zu pachten. Seit damals seien sie laufend daran, das Hotel aus den 70er Jahren langsam zu erneuern.
Das Hotel Inseli stehe zwar in keinem Vergleich zu moderneren Vier-Sterne-Häuser, so Debbabi. Ihre Gäste würden aber die familiäre Atmosphäre sehr schätzen. Man achte auf Kleinigkeiten. wie den Gästen immer das gleiche Zimmer zu geben. Und natürlich: «Von der Lage am See profitieren wir brutal», so die Österreicherin.
Der Traum vom Meer
Als Kind sei sie fasziniert gewesen vom Meer, erzählt Katja Debbabi. «Ich wollte immer das Meer bei mir zu Hause haben». Für die Seen habe sie sich wenig interessiert. Spätestens seit sie am Bodensee wohnt, hat sich das aber geändert. Immer wenn sie etwas länger weg sei vom See, dann fehle er ihr schon. Einmal habe sie vom Flughafen kommend die falsche Abzweigung genommen, und habe den See nicht mehr gesehen. «Da hab ich gemerkt, wie wichtig er mir geworden ist».
Das Projekt von Ernst Bromeis findet die 30-Jährige an und für sich eine gute Sache. «Ich weiss aber nicht, ob es die Leute wirklich zum Nachdenken bringt», meint sie. Sie finde es wichtig, vor allem die Jugendlichen auf den sorgfältigen Umgang mit Wasser aufmerksam zu machen. Dass vielen Teenager die Sensibilität im Bezug auf Wasser fehle, sehe sie, wenn vor dem Hotel Bierflaschen in den See geworfen werden.
Eine weitere Kleinigkeit
Um die Gäste auf das Projekt aufmerksam zu machen, hat Debbabi vor dem Hotel spontan Platz für den Blaue-Wunder Container gemacht. Aber nicht nur das. Wie auch sonst versucht es Debbabi mit einer «Kleinigkeit»: Ein paar Kinder haben Collagen zum Thema angefertigt, die nun im Hotel verstreut an den Wänden hängen.
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Wir begleiten Ernst Bromeis auf seiner Reise durch die Schweiz und berichten im Juli täglich. Zum einen schreiben wir über den Schwimm-Marathon des Churers, zum anderen über Spannendes aus den Regionen oder den Hotels, welche der 42-Jährige besucht.
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