das blaue wunder
24.07.2010
Hotel Merian, Basel (BS)
Ernst Bromeis mit Urs Füeg auf der Terasse des Hotels Merian.
Ernst Bromeis mit Urs Füeg auf der Terasse des Hotels Merian. (© Andrea Badrutt)
In Basel wird gedudelt, getrommelt und gefeiert: Das Militärmusikfestival Tattoo ist in vollem Gange. Urs Füeg, Direktor des Hotels Merian, freuts.
Melanie Roth

«Das Basler Tattoo füllt unsere Betten im Juli», sagt Urs Füeg. Er und seine Frau Elisabeth führen das Hotel Merian seit fünfeinhalb Jahren. Seit fünf Jahren zieht das zweitgrösste Militärmusikfestival der Welt die Massen nach Basel.

100‘000 Zuschauer zieht das Festival in diesem Jahr an. Sie kommen von überall her aus der Schweiz, «quer durch alle Schichten, Kantone und Sprachen», weiss Füeg. Eine tolle Sache, denn die Gäste «kommen mit strahlenden Augen zurück ins Hotel».

Die beruhigende Wirkung des Wassers

Wenn das Basel Tattoo vorbei sein wird, werden im Merian  vor allem wieder Geschäftsleute aus der chemischen Industrie und Messegästen unterkommen. Im Restaurant lassen sie sich von der bekannten Fischküche verwöhnen. Für sie ist die schöne Lage am Rhein und der zentrale Standpunkt ideal.

Er habe sein ganzes Leben lang Wasser um sich herum gehabt, erzählt Urs Füeg. Um seinem Hobby, dem Tauchen, zu frönen, zieht es ihn aber eher ins rote Meer. «Hier ist mir das Wasser zu kalt», schmunzelt Füeg. Im Arbeitsalltag lasse er sich aber gerne vom vorbeiziehenden Rhein beruhigenden, wenn er einmal auf 180 sei.

Die Frau schafft den Ausgleich

«Wenn sie in einem Hotel arbeiten, wissen sie am Morgen nicht, warum sie am Abend müde sein werden - jeder Tag bietet so viele Überraschungen», sagt Urs Füeg über die Faszination seines Berufes. Es sei zwar manchmal frustrierend, wenn etwas nicht wie vorgesehen laufe. Das mache es aber auch sehr interessant, genau das reize ihn.

Sein grosses Glück sei es, dass er bereits auf der Hotelfachschule in Lausanne seine Frau Elisabeth kennenlernte. Einen Betrieb wie das Merian könne man nicht alleine führen. «Es braucht immer den Einen, der es darauf anlegt, und den Anderen, der wieder den Ausgleich schafft», so Füeg. Letzteren Teil übernehme seine Frau.

Etwas zu perfektionistisch

Dass man auf die Wichtigkeit der Ressource Wasser hinweist, wie dies Ernst Bromeis mit seinem Projekt versucht, findet Füeg absolut notwendig. «Wir können nicht immer nur auf Kosten der Natur leben. Nachhaltiges Handeln darf aber auch nicht auf Kosten des Gewerbes gehen.»

In der Schweiz sei man seiner Meinung nach etwas zu perfektionistisch. Manchmal wäre es sinnvoller, anderen Ländern finanzielle Hilfe zu gewähren, um sie auf den Schweizer Standard zu bringen, anstatt hier Geld in Projekte reinzubuttern, welche am Ende nur einen kleinen Unterschied machen.

  
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