das blaue wunder
20.07.2010
Hotel Walzenhausen, Walzenhausen (AR)
Arthur Nägele: «Walzenhausen ist der ideale Ort, um Ferien zu machen.»
Arthur Nägele: «Walzenhausen ist der ideale Ort, um Ferien zu machen.» (© Melanie Roth)
Walzenhausen liegt am Anfang des Appenzellerlands und am Ende des «Witzwegs». Wenig lustig ist die Geschichte des Hotels Walzenhausen.

Das Restaurant im Hotel Walzenhausen hält, was der Namen verspricht: «Rondomm» reicht die Sicht auf den Bodensee und das Dreiländereck. Und auf die Felder der Bauern, welche der Küche die frischen Zutaten liefern.

Tor zu einem kuriosen Kanton
«Man weiss ihn gar nicht mehr zu schätzen, wenn man hier oben arbeitet», meint Arthur Nägele, Verkaufsleiter im Hotel Walzenhausen. Wenn sich dann aber die Gäste total begeistert zeigen von diesem Ausblick, dann werde ihm wieder bewusst, wie schön das Hotel gelegen ist. In Walzenhausen, dem Tor zum Appenzellerland.

«Das Appenzellerland hatte schon immer diesen kuriosen Touch», erzählt Nägele. So verwundert es nicht, dass ein «Witzweg» Wanderer von Heiden nach Walzenhausen bringt, und ihnen auf 80 Witztafeln den Appenzeller Humor näher bringt.

Von Kurferien zu Kurzferien
Alles andere als lustig ist die Geschichte des Hotels Walzenhausen. Das Haus habe eine «bewegete Vergangenheit», so Nägele. 1870 als Hotel Kurhaus Walzenbad ganz aus Holz aufgebaut, brannte das Gebäude 1895 vollständig nieder. Neu errichtet öffnete das Hotel 1903 seine Tore wieder, durchlebte aber schwierige Jahre während der Kriege. Richtig erfolgreich wirtschaftete das Hotel ab 1970, als das Kurhaus zum krankenkassenanerkannten Ganzjahresbetrieb ausgebaut wurde.

Der Erfolg sollte aber nicht lange währen: «Als 1999 das Gesetz fiel und das Kuren in Hotels von Krankenkassen nicht mehr anerkannt wurde, gingen die Auslastungen im Hotel tragisch zurück», weiss Nägele. Man musste sich etwas neues einfallen lassen. Heute versucht man, Gäste für Kurzferien nach Walzenhausen zu locken.

Idealer Ort, wenn man ihn kennt
«Es ist der ideale Ort, um Ferien zu machen», findet Nägele. Aber:  Es sei halt schon sehr ländlich hier, und das passe irgendwie nicht in die hochtechnologische Welt heutzutage. So würden vor allem Gäste in der Region Ferien machen, die sie bereits kennen.

Nägele selbst kennt die Region gut, ist am Bodensee aufgewachsen, wo seine Eltern einen Kiosk betrieben. Tagein, tagaus habe er so am See verbracht. Für ihn sei es nie zur Diskussion gestanden, etwas anderes zu machen, als in einem Hotel oder Restaurant zu arbeiten. «Es gehört einfach zu meiner Natur, ich bin ein offener Mensch, und gehe gerne auf Leute zu.»

  
Werbung
Weitere Bilder zum Artikel
Blick vom Hotel auf den Bodensee und das Dreiländereck. <nobr>   (© Melanie Roth)</nobr>
Weitere Artikel aus diesem Ressort