Andrea Badrutt, Sie sind seit über drei Wochen mit Ernst Bromeis in der Schweiz unterwegs. Begleiten Sie ihn rund um die Uhr, und wenn nötig auch bis ins Wasser?
Selbstverständlich. Ich bin ein sehr starker Schwimmer, das ist auch der Grund, warum mich Ernst Bromeis ausgewählt hat (lacht). Nein, das natürlich nicht, aber ich bin wirklich fast während des ganzen Tages dabei. Ich beobachte, ich warte, mache ein Foto, filme eine Sequenz… Es passiert alles recht spontan, und das ist auch gut so.
Was ist das Spezielle an dieser Arbeit, was fordert Sie heraus?
Eine Herausforderung ist das nicht wirklich. Ich bin mir halt schon gewohnt, dass etwas mehr läuft. Faszinierend finde ich aber, dass eine für mich eher langweilige Arbeit trotzdem spannend geworden ist. Eine Art meditativer Auftrag: Für einmal läuft alles immer schön ruhig und ich kann einen ganzen Monat lang dasselbe machen. Das ist sonst überhaupt nicht der Fall.
Was hat Sie überhaupt motiviert, an diesem Projekt mitzumachen?
Erstens habe ich es mit Ernst Bromeis sehr gut. Nur weil er ein guter Schwimmer ist, würde ich sicher nicht mitmachen. Aber es ist sehr spannend mit ihm. Jeden Tag ein kurzes Video zu machen, bietet mir ausserdem eine gute Gelegenheit, etwas zu lernen, das ich schon lange einmal lernen wollte. Dann hat mich das Reisen durch die Schweiz gereizt. Meistens lässt man ja bei seinen Reiseplänen das Naheliegende aus. Ist doch toll: Hier brauchst du nur eine Viertelstunde zu fahren, und irgendwie ist alles schon wieder ganz anders.
Sie haben in den letzten zwei Jahren viel Zeit mit Ernst Bromeis verbracht. Wie würden Sie Ihre Freundschaft beschreiben?
Wir haben einen speziellen Draht zueinander. Obwohl er schon ganz anders ist als ich (lacht). Als er mich vor dem Graubünden-Projekt anfragte, war ich zunächst wenig begeistert von seinem Vorhaben. Ich war mir nicht sicher, ob das jemanden interessiert. Aber damals kannte ich ihn noch nicht. Er hat mich überredet, und wir haben es wirklich gut zusammen. Wir ergänzen uns sehr gut, können uns auch belehren, ohne uns zu beleidigen.
Was nehmen Sie mit aus der Reise durch die Schweiz im Bezug auf die Hotels?
Eigentlich nichts Neues. Ich staune vielfach, denn ich habe das Gefühl, dass viele Schweizer Hoteliers und Gastronomen etwas mehr Spass an der Arbeit haben sollten. Wenn man am Mittag in einem Restaurant kein Sandwich erhalten kann, verstehe ich das einfach nicht. «Es geht nicht» ist das Letzte, was ich meinem Kunden sagen würde. Höchstens «ich kanns nicht», aber dann versuche ich, den Kunden mit etwas anderem zu überzeugen. Vielfach kommst du dir vor, als würdest du stören. Das ist im Ausland schon anders, finde ich.
Bald ist das Projekt zu Ende. Froh oder wehmütig?
Ein bisschen von beidem. Von mir aus könnte das Projekt auch noch gerne etwas länger gehen, ich freue mich aber auch auf Zuhause. Ich werde das Team vermissen und das Geräusch des ewigen „Gepaddel“ von Ernst Bromeis (lacht). Und das Reisen. Aber das geht bei mir glücklicherweise bald wieder weiter.
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