das blaue wunder
29.07.2010
Jakob Hotel, Rapperswil (SG)
Geschäftsführerin Yvonne Berther (r.) und Olivia Speck mit ihren Töchtern Kiana (l.) und Lani.
Geschäftsführerin Yvonne Berther (r.) und Olivia Speck mit ihren Töchtern Kiana (l.) und Lani. (© Melanie Roth)
Im Hotel von Yvonne Berther packt jeder dort an, wo es gerade nötig ist. Während es die Direktorin in der Freizeit eher in die Berge zieht, hat ihre Mitarbeiterin Olivia Speck zwei Töchter, welche genauso ins Wasser vernarrt sind, wie sie selbst.
Melanie Roth

«Schön klein und kompakt», so sei das Jakob Hotel, sagt Yvonne Berther, welche das Haus inmitten der Altstadt von Rapperswil seit sechs Jahren führt. Ihre Mitarbeitenden hätten so die Möglichkeit, in verschiedene Bereiche rein zu schauen, müssten auch bereit sein, das zu tun. Einer, der nur die Reception machen könne oder wolle, das gehe einfach nicht. «Ich brauche flexible Angestellte, und für sie ist das eine positive Herausforderung», so Berther.

Unter der Woche logieren vor allem Businessgäste im Jakob Hotel, am Wochenende schlafen Touristen in den Betten, essen im Restaurant oder auf der Terrasse. «Ein enormes Plus ist, dass die Altstadt seit längerer Zeit autofrei ist», erklärt Berther. Rapperswil biete einen guten Mix aus alt und modern, sei auf der einen Seite Touristenort, auf der anderen Seite Kleinstadt.

Mitten auf dem Jakobsweg
Früher habe das Hotel noch Freihof geheissen, weiss Yvonne Berther. Vor etwa 15 Jahren wurde der Betrieb für einige Jahre geschlossen, um 1999 renoviert und neu konzipiert als Jakob Hotel wiedereröffnet zu werden. Die Namensgebung erfolgte nicht zufällig. Das Hotel liegt direkt am Hauptplatz, welcher seit 1000 Jahren von Jakobs-Pilgern auf der Strecke von Nürnberg nach Einsiedeln durchquert wird.

So hält das Jakob Hotel denn auch zwei einfache Zimmer mit Etagendusche für Pilger bereit. Bei Vorweisen der Pilgerkarte gibt’s sowohl einen Stempel als auch eine gratis Pilgersuppe. Und der kleine «Brunnen» im Restaurant versorgt nicht nur diese durstigen Gäste mit reichlich Hahnenwasser.

Die Liebe zum Wasser steckt in den Genen
«Klar habe auch ich als Kind die obligaten Schwimmabzeichen gesammelt», erzählt Yvonne Berther von ihrem persönlichen Bezug zum Wasser. Aber sie friere einfach zu schnell. Wenn sie gerade an einem Thermalbad vorbeilaufe, ja, aber sonst ziehe es sie eher in die Berge als ins Wasser.

Ganz anders geht es da ihrer Mitarbeiterin Olivia Speck, welche seit zwei Jahren als Aushilfe im Service und an der Reception arbeitet. «Ich bin in Australien aufgewachsen, kenne den Ozean also von klein auf», erzählt sie. Sie habe sehr früh schwimmen gelernt.

Wie die Mama, so die Töchter: Die dreijährige Kiana lernt gerade Schwimmen. «Und sie macht es sehr gerne», so Olivia Speck. Auch Tochter Lani, zwei Jahre alt, könne stundelang begeistert mit dem Wasser spielen. Die Ältere der beiden ist so angetan vom Wasser, dass sie die gelernten Schwimmbewegungen auch gerne an Land demonstriert. Oder auf einmal ruft: «Schau Mama, ich bin eine Krabbe», und im Seitwärtsgang und mit Scherenhänden davonhuscht.

  
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