Mit 121 gegen 39 Stimmen bei 24 Enthaltungen lehnte die grosse Kammer die Initiative «Schluss mit dem uferlosen Bau von Zweitwohnungen» ab. Das Volksbegehren will den Anteil der Zweitwohnungen pro Gemeinde ungeachtet der Nationalität des Käufers auf 20 Prozent beschränken. Diese starre Begrenzung geht dem Nationalrat zu weit. Sepp Cathomas (CVP/GR) räumte ein, dass beim Problem der schwachen Belegung von Ferienwohnungen zwar Handlungsbedarf bestehe, das Volksbegehren aber falsche Anreize setze. So drohe eine Verlagerung des Zweitwohnungsbaus in Gemeinden mit einer Quote unter 20 Prozent.
hotelleriesuisse: «Zu unausgereift, zu radikal»
Diese Argumentation ist ganz im Sinne des Branchenverbandes hotelleriesuisse, welcher die Ablehnung der Initiativen empfohlen hatte. Die
Initiative sei zu unausgereift und zu radikal. Die Problematik des
Zweitwohnungsbaus liege nicht in der Quote sondern in der Frage, ob
dadurch kalte oder warme Betten generiert werden.
Auch zweite Volksinitiative ohne Chance
Mit 116 gegen 33 Stimmen bei 25 Enthaltungen empfahl der
Nationalrat auch das Volksbegehren «gegen masslosen Bau umwelt- und
landschaftsbelastender Anlagen» zur Ablehnung. Laut Initiative könnten etwa
Industrieanlagen, Eisenbahnen und Stadien nur noch gebaut werden, wenn sie einem
gesamtschweizerischen Bedürfnis entsprechen. Mehrere Votanten hielten den Initianten der Stiftung Helvetia
Nostra aber zugute, dass sie den Finger auf einen wunden Punkt legten: die zunehmende
Zersiedelung der Landschaft und den ungebremsten Landverschleiss. Vorbehaltlos
stellten sich aber nur die Grünen hinter die beiden Volksbegehren.
Teilrevision in Arbeit
Bundesrat Moritz Leuenberger verwies auf die laufenden
Arbeiten zur Revision des Raumplanungsgesetzes, die materiell mit den Anliegen
der Initianten verknüpft sei, obwohl es sich formell nicht um einen indirekten
Gegenvorschlag handle. Derzeit erarbeit das Departement Leuenberger zusammen mit den
Kantonen in einem zweiten Anlauf eine Teilrevision, nachdem ein erster Entwurf
eines neuen Raumentwicklungsgesetzes in der Vernehmlassung harsch kritisiert worden war. (rom/sda)

In der Sommersession des Parlaments standen viele Geschäfte auf dem Programm, welche Hotellerie, Gastronomie und Tourismus direkt tangieren. Hier finden Sie die Entscheide.
Die Pfortenhalle des Klosters St. Johann in Müstair (GR) ist restauriert worden. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden auch ein Teil der Renaissance-Wandmalereien freigelegt.
Eine Tasse Café crème kostet im Deutschschweizer Schnitt erstmals über 4 Franken. Der Branchenverband Cafetiersuisse führt diesen Preisanstieg auf die Sozialkosten und die seit Jahresbeginn höhere Mehrwertsteuer zurück.
Nach der Berner Stadtregierung fordert nun auch der Gemeinderat von Köniz, dass der Flughafen Bern-Belp die Flugbewegungen auf 65'000 pro Jahr beschränkt. Der Flughafen indes vermeldet, dass mit 160'000 Passagieren bereits im Oktober das Jahresziel erreicht wurde.
Mit «Oona» - keltisch für «das Aussergewöhnliche» - ist in der Schweiz erstmals ein inländischer Kaviar erhältlich. Produziert wird die Delikatesse in Handarbeit vom Tropenhaus Frutigen BE.
Die Gurtenbahn wälzt die Idee, am Berner Hausberg eine Sommerrodelbahn zu bauen. Damit will sie zusätzliche Erträge erwirtschaften, um ihre Schulden abzubauen. Falls die Bahn gebaut wird, dann wahrscheinlich dort, wo heute eine Sprungschanze steht.
Um den Tourismus im Kanton Glarus anzukurbeln, reicht nach Meinung der Kantonsregierung ein befristetes Mandat für Produktmanagement. Eine kantonale Tourismusorganisation zu schaffen, mache zur Zeit keinen Sinn.
Die Werbemittel von Graubünden Ferien (GRF) sind angesichts der Frankenstärke verdoppelt worden. Dafür schicken die Bündner noch mehr Werbe-Steinböcke auf die Jagd nach Feriengästen. Zudem spannen praktisch alle bekannten Ferienorte mit der Marketingorganisation GRF zusammen.
In der Saison 2011 verzeichnete die BLS Schifffahrt einen massiven Rückgang der Frequenzen. Sie rechnet mit einem Defizit von über 1,5 Mio. Franken.
Die geplante Seilbahn vom Bahnhof Stettbach zum Zoo Zürich ist einen Schritt weiter: Die Baudirektion hat in einem Gestaltungsplan die Grundlagen für das Projekt definiert. Darauf basierend wird das Projekt nun weiterverfolgt.
Ein erhöhter Liftschacht auf dem Klein Matterhorn empört Umweltorganisationen wie SAC, WWF, Mountain Wilderness und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz. Sie haben Beschwerde eingelegt und verlangen, dass der ausgebaute Liftschacht wieder abgebrochen wird.
Mit dem Bau des Luxus-Resorts Aminona bei Crans-Montana (VS) darf noch nicht begonnen werden. Das Bundesgericht hat der Beschwerde von Tier- und Umweltverbänden die aufschiebende Wirkung erteilt.
Für die Schweizer Übernachtungsindustrie sieht die anstehende Wintersaison düster aus. Die Konjunkturforscher von BAK Basel prognostizieren dem Sektor einen Rückgang um 2,6 Prozent. Die Übernachtungen von Ausländern dürften gar um 4,2 Prozent zurückgehen.