Christian Hummel, Präsident des Tourismuskreis Pizol, zeigte sich nach dem Urteil beruhigt, dass der Name «Pizol» weiterhin
verwendet werden darf. Er wolle aber erst die Begründung des Gerichts
abwarten, sagte er auf Anfrage. Ob der Kläger, ein pensionierter
Lehrer, das Urteil anfechten wird, war nicht zu erfahren.
«Der Name Pizol hat im Oberen Sarganserland eine
magische Ausstrahlung», sagte der Inhaber der Marke am Montag vor Gericht. Mehr als 40 Gruppierungen verwendeten den
klingenden Namen. Akribisch zählte er auf, wer alles den Namen des
Bergmassivs im Sarganserland benutzt: Vereine, Hotellerie,
Einkaufszentren und neuerdings auch Gemeindeämter und eine
Spitex-Vereinigung.
Der «Pizolisierung» einen Riegel schieben
Eigentlich hätte
die Ortsgemeinde Weisstannen aktiv werden müssen, um den Namen «Pizol»
zu schützen, findet der 82-Jährige. Als nichts passierte und der schöne
Name inflationär gebraucht wurde, sei er selbst aktiv geworden und habe
den Namen markenrechtlich schützen lassen. Seit 2008 ist der
Heimatschützer aus Mels Inhaber der Marke «Pizol». Mit dem Eintrag beim
Institut für geistiges Eigentum wollte er der «Pizolisierung» einen
Riegel schieben.
Seit der Hinterlegung der Marke haben sich mindestens fünf neue Organisationen mit dem Namen «Pizol» geschmückt - darunter auch der Tourismuskreis Pizol. Nun klagte der Inhaber der Schweizer Marke gegen den Tourismuskreis Pizol und verlangte den Schutz der Marke. Der Herausgeber einer Zeitschrift, der sich vor Gericht selbst vertrat, verglich den Fall mit St. Moritz. Der damalige Kurdirektor Hanspeter Danuser hatte 1986 St. Moritz als Wortmarke registrieren lassen. Wer den Namen nutzen will, muss eine Lizenz lösen und dafür zahlen.
Tourismuskreis wollte nicht zahlen
Der Tourismuskreis Pizol
sei nicht auf seine Vorschläge eingegangen, entweder den Namen zu
ändern oder für die Benützung des Namens eine Lizenzgebühr von 3000
Franken zu entrichten, begründete der 82-Jährige seine Klage. Christian
Hummel, Präsident des Tourismuskreises Pizol, stellt sich auf den
Standpunkt, der Begriff «Pizol» sei ein freihaltungsbedürftiges
Gemeingut.
Der Tourismuskreis Pizol sei im Zuge der Neustrukturierung der Ferienregion Heidiland entstanden. «Gegen den Namen Tourismuskreis Bad Ragaz hat es Widerstand von den kleinen Gemeinden gegeben», sagte Hummel. Ausserdem verfüge der Verein weder über ein Budget noch über Geld. (rom/sda)
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