«Schweizer Touristiker hätten momentan viele Gründe, die Köpfe hängen zu lassen», sagte Jürg Schmid, Direktor der Branchenorganisation Schweiz Tourismus (ST) am Montag an einer Medienkonferenz in Zürich. Aufgrund des starken Franken sei das Ferienland Schweiz im Vergleich zu den europäischen Nachbarn nach wie vor benachteiligt.
«Im Sommer blickten wir der Euro-Franken Parität in die Augen. Das war erschreckend», sagte Schmid. Nun sei aber der tiefste Punkt überwunden. Die Schweiz sei Dank der Festlegung einer Untergrenze für den Euro-Franken-Kurs durch die Schweizer Nationalbank wieder konkurrenzfähig – auch weil viele Hoteliers für diesen Winter ihre Preise senkten. ST und ihre Partner werben dafür mit einem reichen Angebot und hoher Qualität für jedes Budget von Herrn und Frau Schweizer mit ihrer Winterkampagne «Wir tun alles für schöne Aussichten».
Nicht ganz so optimistisch gab sich Richard Kämpf, Direktor für Standortförderung und Leiter des Ressorts Tourismus beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). «Der Tourismus wird mit einem schwierigen Umfeld zu kämpfen haben», sagte er.
Erst 2013 kommen mehr Gäste
Nach den am Montag veröffentlichten BAK-Prognosen sieht die bevorstehende Wintersaison für die Übernachtungsindustrie düster aus (siehe: «BAK-Prognose: Vier magere Jahre»). Das Seco rechnet weiter damit, dass sich auch mit dem nächsten Sommergeschäft nicht das grosse Geld machen lässt. An der Währungsfront sei vorerst keine Entspannung absehbar, sagte Kämpf. Zudem dürfte sich das Wirtschaftswachstum verlangsamen.
Das seien ungünstige Bedingungen, die zu einer negativen Prognose führten. Das Seco geht deshalb davon aus, dass im Tourismusjahr 2012 insgesamt mehr Betten kalt bleiben (-1,9 Prozent). «Wir setzen alles daran, dass die Prognosen nicht zutreffen. Sie sind aber realistisch», sagte ST-Chef Schmid.
Die Sonne komme wohl später zurück, ergänzte Schmid. Konkret erwartet das Seco für 2013/14 eine Trendwende. Dann stabilisierten sich die Wechselkurse und die ausländischen Gäste kehrten zurück. Dies führe zu einem Wachstum bei den Logiernächten. Ökonom Kämpf prognostizierte, dass dann 36,5 Mio. Übernachtungen gezählt werden – fast so viele wie der bisherige Rekord (2008: rund 37 Mio.).
hotelleriesuisse fordert zweites Massnahmenpaket gegen die Frankenstärke
Solange wollen die Schweizer Hotels nicht warten. Der Dachverband hotelleriesuisse forderte in einer Mitteilung vom Montag den Bund dazu auf, rasch ein zweites Massnahmenpaket umzusetzen. Das erste greife zu kurz und wirke, falls überhaupt, erst mittel- und langfristig.
Die Hotellerie benötige jetzt Sofortmassnahmen. Unter anderem solle die Mehrwertsteuerpflicht für die Beherbergung um ein Jahr ausgesetzt werden, schreibt hotelleriesuisse. Der Bund greift dem Tourismus von 2012 – 2015 mit 222 Mio. Franken unter die Arme.
Eine schwierige Wintersaison erwarten auch die Schweizer Sportgeschäfte. Sie rechnen mit weniger Schneetouristen aus dem Euro-Raum und damit, dass Schweizer immer öfter auf der anderen Seite der Grenze oder über das Internet einkaufen. (npa/sda)
Die Pfortenhalle des Klosters St. Johann in Müstair (GR) ist restauriert worden. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden auch ein Teil der Renaissance-Wandmalereien freigelegt.
Eine Tasse Café crème kostet im Deutschschweizer Schnitt erstmals über 4 Franken. Der Branchenverband Cafetiersuisse führt diesen Preisanstieg auf die Sozialkosten und die seit Jahresbeginn höhere Mehrwertsteuer zurück.
Nach der Berner Stadtregierung fordert nun auch der Gemeinderat von Köniz, dass der Flughafen Bern-Belp die Flugbewegungen auf 65'000 pro Jahr beschränkt. Der Flughafen indes vermeldet, dass mit 160'000 Passagieren bereits im Oktober das Jahresziel erreicht wurde.
Mit «Oona» - keltisch für «das Aussergewöhnliche» - ist in der Schweiz erstmals ein inländischer Kaviar erhältlich. Produziert wird die Delikatesse in Handarbeit vom Tropenhaus Frutigen BE.
Die Gurtenbahn wälzt die Idee, am Berner Hausberg eine Sommerrodelbahn zu bauen. Damit will sie zusätzliche Erträge erwirtschaften, um ihre Schulden abzubauen. Falls die Bahn gebaut wird, dann wahrscheinlich dort, wo heute eine Sprungschanze steht.
Um den Tourismus im Kanton Glarus anzukurbeln, reicht nach Meinung der Kantonsregierung ein befristetes Mandat für Produktmanagement. Eine kantonale Tourismusorganisation zu schaffen, mache zur Zeit keinen Sinn.
Die Werbemittel von Graubünden Ferien (GRF) sind angesichts der Frankenstärke verdoppelt worden. Dafür schicken die Bündner noch mehr Werbe-Steinböcke auf die Jagd nach Feriengästen. Zudem spannen praktisch alle bekannten Ferienorte mit der Marketingorganisation GRF zusammen.
In der Saison 2011 verzeichnete die BLS Schifffahrt einen massiven Rückgang der Frequenzen. Sie rechnet mit einem Defizit von über 1,5 Mio. Franken.
Die geplante Seilbahn vom Bahnhof Stettbach zum Zoo Zürich ist einen Schritt weiter: Die Baudirektion hat in einem Gestaltungsplan die Grundlagen für das Projekt definiert. Darauf basierend wird das Projekt nun weiterverfolgt.
Ein erhöhter Liftschacht auf dem Klein Matterhorn empört Umweltorganisationen wie SAC, WWF, Mountain Wilderness und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz. Sie haben Beschwerde eingelegt und verlangen, dass der ausgebaute Liftschacht wieder abgebrochen wird.




Mit dem Bau des Luxus-Resorts Aminona bei Crans-Montana (VS) darf noch nicht begonnen werden. Das Bundesgericht hat der Beschwerde von Tier- und Umweltverbänden die aufschiebende Wirkung erteilt.
Für die Schweizer Übernachtungsindustrie sieht die anstehende Wintersaison düster aus. Die Konjunkturforscher von BAK Basel prognostizieren dem Sektor einen Rückgang um 2,6 Prozent. Die Übernachtungen von Ausländern dürften gar um 4,2 Prozent zurückgehen.