meinung
18.02.2010
Kommentar
Modernisierung ja, aber nicht überall gleich forsch.
Daniel Stampfli

Stillstand ist gleich Rückschritt. Diese Weisheit wird betreffend Entwicklung immer gerne zitiert. Und sie hat auch für den Tourismus ihre Gültigkeit, denn der Konkurrenzkampf unter den Destinationen und auch über die Landesgrenzen hinweg ist gross. Doch oft sind Art und Ausmass der Entwicklung eine heikle Gratwanderung. In der Hotellerie müssen laufend Ersatzinvestitionen getätigt und der Standard muss den sich verändernden Gästebedürfnissen angepasst werden.

Anders verhält es sich bei der Angebotserweiterung und dem Infrastrukturausbau der Ferienorte. Die Gästestruktur und die Bedürfnisse sind sehr heterogen, und darauf ist Rücksicht zu nehmen. In Gstaad, St.Moritz und Zermatt etwa ist Mondänität angesagt. Innovative Gastrokonzepte, wachsendes Angebot an Boutiquen und fast grenzenloser Pistenausbau gehören dazu. Es gibt aber auch beschauliche Orte wie etwa Mürren oder St.Antönien im Prättigau, die gerade wegen der Einfachheit, dem Naturerlebnis und der Ruhe ihr Stammpublikum haben. Hier muss in Sachen Erneuerung sachte ans Werk gegangen werden. Sonst besteht die Gefahr, dass Stammgäste in Zukunft wegbleiben. Und neue Gästesegmente anzuwerben, ist bekanntlich mit grossem Aufwand verbunden.

 

  
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