meinung
04.03.2010
Kommentar
Rabatt-Systeme boomen. Umso wichtiger ist Transparenz.

Gutscheine rentieren. Auf den ersten Blick für diejenigen, die sie erstehen. Man macht scheinbar ein Schnäppchen, wird als Clubmitglied bevorzugt behandelt und erhält einige Goodies. Den eigentlichen Nutzen aus Vergünstigungen aber ziehen die Anbieter solcher Rabatt-Systeme. Und im Bereich der Hotellerie die Betreiber. Denn mit Aktionen «fängt» man die Kunden. Keinem Hotelier käme es in den Sinn, in Spitzenzeiten Zimmer zum halben Preis zu verhökern. Doch als Schnäppchen kann er leere Betten in der Nebensaison füllen. Der Gast bindet sich durch die Sonderbehandlung emotional an einen Betrieb, im besten Fall bucht er erneut.

Der Werbeeffekt bei Preisaktionen –ein aktuelles Beispiel bietet die «Ski-Aktion» im Bündnerland – ist enorm. So boomen Treuekarten, Memberclubs oder Rabatt-Systeme. Doch damit klingeln die Kassen nicht automatisch. Auch Hoteliers müssen rechnen, sollen volle Betten zum halben Preis nicht teurer werden als leere Betten. Der Gast darf nicht für dumm verkauft werden. Das verlangt Transparenz und nicht nur Kleingedrucktes. So erhält er die Chance, von einer Aktion wirklich zu profitieren: Wenn ihm bewusst wird, dass günstigere Zimmer zeitliche limitiert sind – und er das Angebot trotzdem bucht.

 

  
Werbung
Weitere Artikel aus diesem Ressort