meinung
05.08.2010
Kommentar
Es gibt viele Themenwege. Aber nur wenige wirklich gute.
Elsbeth Hobmeier

Jedem Tourismusort sein Themenweg. Oder möglichst mehrere. Das war die Losung der letzten Jahre. Inzwischen gibt es sie zu Tausenden in der Schweiz und im angrenzenden Ausland, diese Wege, die als Wein-, als Witz-, als Erlebnis-, als Naturpfad Gäste anziehen sollen. Und fast jede Woche wird irgendwo ein neuer Weg eingeweiht.

Die Qualität ist unterschiedlich. Von hervorragend bis miserabel gibt es alles, wie Fachleute attestieren. Dass ein miserabler Themenweg nichts ausser Kosten bringt, scheint klar. Ein Weg, der Gäste zur Anreise und vielleicht gar zu einem verlängerten Aufenthalt verleiten soll, muss gut gewartet sein, muss interaktiv statt belehrend wirken. Denn auch beim Themenweg ist heute Infotainment gefragt. Er soll Lust am Entdecken, am Erwandern einer Landschaft wecken. Ein Schilderwald mit ausführlichster Wissensvermittlung tut dies nicht.

Beispiel gefällig? Es macht durchaus Sinn, auf einem Rebenweg die Entstehung des Weins zu verfolgen. Aber der Wanderer sollte auch mal in die Erde fassen, um die Wichtigkeit des Bodens zu spüren. Und nach der Wanderung ein Glas aus dem nun vertrauten Rebberg degustieren können. Das macht Freude. Und bleibt in Erinnerung – mitsamt der ganzen Region.

 

 

 

  
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