htr hotel revue vom 17. Juni: Wellen in Weggis
Mit grosser Sorge verfolge ich die Entwicklung in Weggis als Gast, dem dieser Ort seit 30 Jahren ans Herz gewachsen ist. Seit Jahren sind massive Veränderungen vor allem historischer (Hotel-)Bausubstanz zu beobachten, die andernorts als fahrlässiger Umgang mit einem USP betrachtet werden. Herrn Kämpfers Prognose, dass ein riesiges, 147 Zimmer fassendes Budget-Kongresshotel statt Park auf dem Gelände des Hotels Albana als Baustein zur Ganzjahresdestination Weggis dient, muss ich in aller Deutlichkeit widersprechen. Kongressgäste fühlen sich im Winter in Städten mit kulturellem Angebot wohl. Das hat Weggis nicht zu bieten. Weggis blüht von März bis November, von Dezember bis Mitte März rentieren Hotels nur mit Wellnessareal. Ein veränderter USP lässt sich nicht herbeizwingen!
Zur Stärkung der touristischen und damit wirtschaftlichen Attraktivität sei den Gemeinde- und touristisch Verantwortlichen dringend angeraten, ein für die Dorfbewohner wie für die Touristen gültiges kohärentes Dorfbild zu erarbeiten, an dem man sich für die weitere Entwicklung des Lebensraums Weggis orientiert.
Ein charakterloser Neubau als Fremdkörper neben dem historischen Hotel Albana ist kein Baustein zur nachhaltigen Zukunft von Weggis, sondern ein weiterer Schritt zum Ausverkauf des Dorfes zugunsten weniger Profiteure unter dem Deckmantel des Gemeinwohls!
Sabine Süss, Berlin/Darmstadt
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