Sauberes Trinkwasser ist das kostbarste Gut der Welt. Unser Körper lebt von Wasser. Es gibt nichts Besseres als einen Schluck reines Wasser aus einer sprudelnden Quelle. So gesehen ist das Engadin steinreich. Allein der Morteratschgletscher – er ist der mächtigste Gletscher der Ostalpen – speichert 1,2 Kubikkilometer gefrorenes Wasser. Dieses Süsswasser verleiht dem Engadin viel Energie und internationalen Anschluss. Via den Fluss Inn strömt unser Wasser in die Donau und mit ihr ins Schwarze Meer. Die Maira wiederum fliesst ab dem Lunghin-Pass via Po bis zur Adria, und die Julia mündet über den Rhein in die Nordsee. Diese dreifache Wasserscheide ist ebenso einzigartig im Alpenraum wie die glitzernde Engadiner Seenplatte.
Schauen wir vom Makrokosmos in den Mikrokosmos, finden wir Wasser auch in Nahrungsmitteln wie Gurke, Erdbeere und Apfel. Überraschenderweise gibt es ebenso eine Wasserbilanz für Gegenstände. Haben Sie zum Beispiel gewusst, dass in einer Jeans 8000, in einem Computer 20000 und in einem Auto 400000 Liter Wasser stecken? Diese Berechnungen heissen «Wasser-Fussabdruck» – sie beschreiben das Volumen an Frischwasser, das zur Erstellung eines Produkts oder einer Dienstleistung nötig ist –und werden national wie global rege diskutiert.
Weil Wasser für so viele Dinge und Menschen elementar ist, lädt die Engadiner Gemeinde Samedan Vertreter von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und die Bevölkerung zu so genannten Wassertagen ein. Warum Samedan? Nein, nicht wegen des Wassermanns in ihrem Wappen. Dieser vom Element Wasser geprägten Gemeinde ist es gelungen, ihre Erfahrungen mit Hochwasser in eine international respektierte Wasser-Kompetenz zu verwandeln.
Vor diesem Mut ziehe ich den Hut, und darauf trinke ich einen grossen Schluck Wasser.
Ariane Ehrat, CEO Engadin St.Moritz
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