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meinung
12.04.2012
Standpunkt
Mehrwerte schaffen statt Preiskrieg lancieren
Gerold Bührer

Der Schweizer Tourismus hat eine ausgesprochen schwierige Zeit hinter sich. Die rasante Aufwertung des Frankens im Sommer letzten Jahres hat der Schweiz das Image einer Hochpreisinsel zurückgebracht.

Während sich in den Jahren vor der Krise die Wettbewerbsfähigkeit der Hotellerie und des Tourismus insgesamt verbessert hat, wurden mit dem Überschiessen des Franken-Wechselkurses die Anstrengungen der vergangenen Jahre zunichte gemacht. Mit der von der Nationalbank verfolgten Wechselkursuntergrenze von 1.20 Franken für den Euro ist zumindest die Planungssicherheit wieder zurückgekommen. Die schlimmsten Auswirkungen konnten so verhindert werden. Die europäische Verschuldungskrise lastet aber in Form einer abgeschwächten Nachfrage mit schwerem Gewicht auf den Schultern des Schweizer Tourismus.

Der Tourismus bleibt in diesem Umfeld besonders gefordert. Die Grenzabschottung für Agrarprodukte hat beispielsweise zur Folge, dass das Gastgewerbe mehr für Nahrungsmittel bezahlen muss als die ausländischen Konkurrenten. Hier würde ein Agrarfreihandelsabkommen mit der EU zu tieferen Vorleistungspreisen für die Hotellerie führen.

Mit der knappen Zustimmung der Schweizer Stimmberechtigten zur Zweitwohnungsinitiative sieht sich die Branche mit einem weiteren Handicap konfrontiert. Querfinanzierungen von Hotelerweiterungen über den Verkauf von Zweitwohnungen werden künftig kaum mehr möglich sein.

Die schwierige Situation kann aber auch eine Chance für den Schweizer Tourismus sein. Rücken die touristischen Leistungserbringer zusammen und gestalten sie das Produkt gemeinsam, schaffen sie Mehrwerte für den Gast.

Diese Mehrwerte ermöglichen es, dass auch ein höherer Preis getragen wird. Über den Preis hinaus muss aber auch durch die Servicequalität um die Gunst von Kunden und Gästen geworben werden.

  
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