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meinung
14.06.2012
«Zu wenig Hotelbetten»
Stefan Otz, Direktor von Interlaken Tourismus, will den Anteil des Kongresstourismus am gesamten Übernachtungsvolumen auf 20 Prozent steigern.
Stefan Otz, Direktor von Interlaken Tourismus, will den Anteil des Kongresstourismus am gesamten Übernachtungsvolumen auf 20 Prozent steigern. (Bild: zvg)
Für Interlaken ist das Swiss Economic Forum eine «grosse Kiste». Tourismusdirektor Stefan Otz spricht aber auch von grossen Herausforderungen bezüglich Bettenkapazität.
Daniel STampfli

Stefan Otz, welche Bedeutung hat das Swiss Economic Forum (SEF) für die Destination Interlaken?

Das SEF ist für Interlaken ein sehr willkommener Grossanlass, zumal er Anfang Juni stattfindet und damit noch nicht unmittelbar in die Hochsaison fällt. Die 4- und 5-Sterne-Hotels in Interlaken und im Grossraum Interlaken sind jeweils ausgebucht. Daraus resultieren einige Tausend Logiernächte. Der Anlass bringt aber nicht nur Wertschöpfung, sondern auch einen Imagegewinn für die Destination. Denn die gesamte Schweizer Wirtschaftselite verbringt hier zwei Tage. Die Teilnehmenden sind begeistert, so dass auch Folgegeschäfte resultieren. Dies wissen wir von der ersten Durchführung.

Handelt es sich um den grössten in Interlaken stattfindenden Kongress?

Es ist tatsächlich der grösste Kongress, wenn man die Teilnehmerzahl berücksichtigt. In einer ähnlichen Grössenordnung anzusiedeln ist der IT-Kongress «X.DAYS». Für den grössten Imagegewinn sorgt jedoch zweifellos das SEF.

Wie viele Teilnehmer logieren jeweils in den Interlakner Hotels?

Die meisten der rund 1250 SEF-Teilnehmer möchten selbstverständlich in Interlaken übernachten. Dies gelingt aber nicht ganz.

Wo wird der Rest untergebracht?

Ausserhalb Interlakens wurden auch Hotels in den Lütschinentälern und solche in Richtung Spiez und Thun gebucht.

Also verfügt die Destination Interlaken nicht über genügend Bettenkapazitäten.

Es ist kein Geheimnis, dass Interlaken in den gehobenen Hotelkategorien für Kongressteilnehmer zu wenig Hotelbetten hat.

Lässt man sich diesbezüglich etwas einfallen?

Hotelprojekte sind in Diskussion, eines etwas weiter fortgeschritten, und andere sind in der Evaluationsphase. Auf dem Areal des «Des Alpes» am Höhenweg ist ein 4-Sterne-Hotel geplant. Es ist allen bewusst, dass zur Weiterentwicklung der Destination Interlaken, insbesondere was den Kongresstourismus anbelangt, weitere Hotelkapazitäten im 4-Sterne-Bereich nötig sind.

Wie ist der Mix Kongress-Tourismus / Leisure-Tourismus?

Im Jahr 2011 machten die Kongresse 14 Prozent am gesamten Übernachtungsvolumen aus. Erklärtes Ziel von Interlaken und insbesondere des Kursaals ist es, diesen Anteil mittelfristig auf 20 Prozent zu erhöhen.

Man muss also weitere Kongresse nach Interlaken holen?

Ja, ganz klar. In der Vor- und Nachsaison bestehen noch Kapazitäten. Ziel muss sein, vermehrt internationale Kongresse nach Interlaken zu holen, die auch Übernachtungen generieren.

Sind Sie mit konkreten Interessenten im Gespräch?

Das Kongressgeschäft beinhaltet relativ lange Vorlaufzeiten. So werden bereits heute Offerten für das Jahr 2019 geschrieben. Dabei wird das kurzfristige Pickup-Geschäft nicht vernachlässigt. Das Kongressgeschäft läuft über das Congress Centre Kursaal Interlaken mit seiner Verkaufsabteilung Interlaken Congress & Events.

Der anvisierte Kongress im Jahr 2019 wäre für Interlaken neu?

Ja. Viele Kongresse sind nicht wiederkehrend, sondern finden nur einmal statt. Schön sind wiederkehrende Anlässe wie das Alpensymposium, das SEF oder die X.DAYS.

Nach drei Jahren läuft der Vertrag mit dem SEF aus, das heisst nach der Durchführung im 2013. Laufen bereits Verhandlungen für die Fortsetzung?

Hinter den Kulissen ganz sicher. Es wird zwar verhandelt, doch sind mir die Details nicht bekannt. Irgendwie muss das Swiss Economic Forum ja auch seine Zukunft planen. Ich bin überzeugt, dass wir in Interlaken eine gute Leistung bieten können. Letztendlich werden sicher auch die Sponsoren und die Teilnehmer über den künftigen Durchführungsort mitentscheiden. Von mir aus gibt es jedoch keinen Grund, sich gegen Interlaken zu entscheiden.

Was bietet Interlaken Tourismus an? Fliesst Geld?

Wir beteiligen uns finanziell, das ist so. Und zwar gemeinsam mit den Standortgemeinden, dem Kursaal Interlaken und weiteren Partnern. Aus unserer Sicht spricht nichts dagegen, dass wir das Engagement verlängern.

Wie viel müssen Sie aufwerfen?

Konkrete Zahlen geben wir nicht bekannt. Die verschiedenen Partner bezahlen für das SEF insgesamt mehrere Zehntausend Franken jährlich.

Also für Interlaken Tourismus durchaus verkraftbar?

Betrachtet man die daraus resultierende Wertschöpfung, dann ist unser Beitrag tatsächlich akzeptabel.

  
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