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28.01.2010
Kandersteg hat die Zeit zurückgedreht
Mit dem Lenkseil im Griff und der Anfeuerung im Ohr wird beim nostalgischen Bobrennen in Kandersteg die Geschwindigkeit erhöht.
Mit dem Lenkseil im Griff und der Anfeuerung im Ohr wird beim nostalgischen Bobrennen in Kandersteg die Geschwindigkeit erhöht. (© Urs Flueler/zvg)
Seit dem letzten Sonntag ticken Kanderstegs Uhren anders. Die Belle Epoque, glorreiche Epoche des Tourismus zwischen 1885 und 1914, ist wieder erwacht.
karl josef verding

Damen in langen Röcken, mit Hut und Schultertuch spazieren neben vornehmen Herren in Frack und Melone durch die verschneiten Strassen. Schaufenster und Verkaufsräume präsentieren historische Zeugnisse, und selbst die Angestellten tragen Kleider aus der Zeit um 1900. Wer in diesen Tagen in Kandersteg ankommt, kann der hektischen Gegenwart entfliehen. Das Dorf präsentiert sich um hundert Jahre zurückversetzt. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm bietet die Möglichkeit, traditionelle Spiele und Sportarten aus längst vergangenen Zeiten kennen zu lernen. Viele davon sind noch heute bekannt und beliebt, wie beispielsweise das Curling-Spiel oder Telemark-Skiing. Eine abenteuerliche Fahrt auf einem Original-3er-Bob, der von zwei Männern den Berg hochgezogen wird, ermöglicht eine hautnahe Erfahrung des Freizeitvergnügens der letzten Jahrhundertwende.

Auf Geniesser und Tanzfreunde warten die Thé Dansants oder unterhaltsame Belle-Epoque-Dîners in verschiedenen Restaurants. Das Highlight der Woche wird der Jahrhundertball am Freitag sein, für den bei Redaktionsschluss noch wenige Tickets verfügbar waren. Musikfreunde und Tänzer dürften voll auf ihre Kosten kommen. Der eigens für die Themenwoche Belle Epoque eingerichtete Kostümverleih bietet Kurzentschlossenen die Möglichkeit, Kleider der Epoche zu mieten. Einige Betriebe arbeiten während der Belle-Epoque-Woche sogar nach alten Rezepten: Die Leckereien kann man in den Bäckereien und der Milchhandlung kaufen.

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Gäste-Darsteller in historischen Gewändern im Hotel Victoria Ritter. <nobr>   (© Urs Flueler/zvg)</nobr>
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