Die Preise werden im vorarlbergischen Langenegg vergeben, der Siegergemeinde von 2010, wie das Bundesamt für Landwirtschaft BLW am Freitag mitteilte. Der Europäische Dorferneuerungspreis wird alle zwei Jahre von einer Jury an Projekte in Europa vergeben, die sich durch besondere Leistungen in der Dorfentwicklung auszeichnen.
Veranstalterin des Wettbewerbs, der seit 1990 durchgeführt wird, ist die Europäische Arbeitsgemeinschaft Landentwicklung und Dorferneuerung. Das diesjährige Motto lautete «Der Zukunft auf der Spur».
Alles Bio in Vals
Die Gemeinde Vals wurde von der Jury nach einer Begutachtung vor Ort zur Siegerin gekürt. Die Jury würdigte in erster Linie, dass alle Betriebe biologisch wirtschaften und einen Gutteil der Milch- und Fleischprodukte im Tal vertreiben. Vals beteilige sich als Mitglied der «Allianz in den Alpen» an Vernetzungsprojekten für eine nachhaltige Entwicklung im Sinne der Alpenkonvention.
Besondere Impulse erfuhr das Bergdorf laut Jury durch die Nutzung der Valser Mineralwasserquellen und den Abbau des Valser Quarzit. Mit dem Bau der mittlerweile weltberühmten Therme des Architekten Peter Zumthor sei Mut zu zeitgenössischer Architektur unter Verwendung des lokal vorhandenen Baumaterials Stein bewiesen worden.
Spiritualität, Ökumene und Kultur
Die Attraktivität von Poschiavo im Südtal Puschlav wird in verschiedener Hinsicht gewürdigt. Da ist die Berninabahn der Rhätischen Bahn, die zum Unesco-Welterbe zählt und nach Ansicht der Jury eine wichtige Ader für den Tourismus ist.
Der gut erhaltene Dorfkern und das alte Kloster, in dem ein Zentrum für Spiritualität, Ökumene und Kultur entstanden sei, seien Orte, die Poschiavo attraktiv machten und gleichzeitig zur Besinnung laden würden. Poschiavo habe mit der Gründung einer Heilkräuter-Genossenschaft sowie der Käserei pionierhafte Arbeit geleistet und die Basis für erfolgreichen Biolandbau gelegt. (npa/sda)





