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alpentransitverkehr
21.09.2012
Mehr Transitgüter auf die Schiene bringen
(Bild: fotolia)
Auch 2012 wird die gesetzlich erlaubte Zahl von einer Million alpenquerender Lastwagen deutlich überschritten. Die Limite wurde am Freitag, drei Monate vor Jahresende, erreicht. Die Alpen-Initiative machte in Chur, Sitten, Lugano und Luzern darauf aufmerksam. Gleichzeitig unterbreitet der Bundesrat Vorschläge zum Vier-Meter-Korridor am Gotthard.

Laut Güterverkehrsverlagerungs-Gesetz dürfen ab 2011 jährlich nur eine Million Lastwagen die Alpen in der Schweiz durchqueren. Im letzten Jahr waren es über 1,2 Millionen. Auch 2012 wird die Zahl klar überschritten. «Sind die Gesetze da, um gebrochen zu werden», fragte Alf Arnold, Geschäftsführer der Alpen-Initiative, beim «Lastwagen-Silvester» in Luzern.

Die Alpen-Initiative fordert den Bundesrat laut Medienmitteilung auf, endlich taugliche Massnahmen zu ergreifen, um die Transitgüter auf die Schiene zu bringen. Stattdessen plane er am Gotthard eine zweite Strassenröhre. Damit lade er Camionneure aus der EU geradezu ein, die Alpen und die belasteten Agglomerationen entlang der Transitachsen noch häufiger zu durchfahren.

Lastwagenverlad am Simplon gefordert
In Sion forderte Nationalrat Mathias Reynard (SP/VS) einen Verlad für Lastwagen am Simplon. In Lugano erklärten Claudia Crivelli Barella und Carlo Leopori, Vorstandsmitglieder des Alpen-Initiative, das Tessin leide genug unter dem Lastwagentransitverkehr und der schlechten Luft. Mehr Verkehr ertrage der Südkanton nicht.

Für den Bündner Grossrat Jon Pult (SP) bedingt eine ernst gemeinte Verlagerungspolitik die Einführung der Alpentransitbörse und den Ausbau der Zufahrtsstrecken zu den Basistunnels der Bahn. Eine zweite Gotthardröhre bringe auch Graubünden langfristig nur mehr Lastwagen.

Vorschläge zum Vier-Meter-Korridor am Gotthard
Am Freitag legte der Bundesrat seine Vorschläge zur Finanzierung eines Vier-Meter-Korridors auf der Gotthard-Achse vor. Dabei sollen Sattelschlepper mit vier Metern Eckhöhe künftig auch auf der Gotthard-Achse sowie auf der Luino-Linie per Bahn transportiert werden können.

Auf der Lötschberg-Simplon-Achse kann die Bahn die hohen Sattelschlepper transportieren, auf der Gotthard-Achse nicht. Der Bundesrat schlägt vor, das Geld für den Ausbau aus dem FinöV-Fonds und ab 2017 aus dem geplanten Bahninfrastrukturfonds (BIF) aufzubringen. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 940 Millionen Franken.

Mit dem Vier-Meter-Korridor könnte die Verlagerungspolitik gestärkt werden, hält der Bundesrat fest. Vom Bau des Vier-Meter Korridors profitiere aber auch der Personenverkehr. Nach der Fertigstellung könnten auf der Gotthard-Achse Doppelstockzüge verkehren. Damit könnten deutlich mehr Reisende befördert werden. Die Vernehmlassung zu den bundesrätlichen Plänen dauert drei Monate. (npa/sda)

 

  
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