Seine Prognose begründete Kämpf mit vier Punkten: Im Euroraum sei eine Konjunkturerholung und an der Währungsfront eine gewisse Entspannung zu erwarten. Dies führe zu einem Nachhol-Effekt im Tourismus. Zudem dürfte der starke Zuwachs bei den Gästen aus Asien anhalten.
Das laufende Jahr geht als schwarzes Jahr vor allem in die Annalen des Schweizer Alpentourismus ein. Hier wurde bei den Hotelübernachtungen ein Tiefpunkt erreicht, der fast an die Zahlen von 1996/97 heranreicht. Dass sie nicht noch tiefer sanken, war allein den recht treuen inländischen Gästen zu verdanken. Es werde «ganz schwierig, diese Verluste zu kompensieren», so Kämpf.
Angebote für alle
Schweiz Tourismus (ST) nimmt die Herausforderung an. Wie Direktor Jürg Schmid an der Winter-Medienkonferenz vom Dienstag in Zürich sagte, ist es dazu nötig, gerade im Wintertourismus neue Wege einzuschlagen und auch Gästen etwas zu bieten, die keinen Schneesport betreiben wollten.
Die Gesellschaft werde immer älter. Im Durchschnitt hörten Männer mit etwa 65 Jahren, Frauen um die 60 auf mit Skifahren. Zudem kämen immer mehr Menschen aus Kulturen, zu denen Schneesport nicht gehöre. Anderen sage Skifahren und dergleichen generell nicht viel. Ihnen allen wolle und müsse man etwas bieten.
Die Devise heisst «Schneeweisse Wintererlebnisse für Sportler und Geniesser». Vom Skifahren über Winterwanderungen bis hin zu Wellness, von prickelnder Kälte bis hin zum warmen Kaminfeuer. Eine ganze Reihe von Winterwander-Vorschlägen locken Nicht-Skifahrende. Ein Extra-Katalog führt Wellness-Angebote auf.
Trotz zahlreicher alternativer Angebote: Die Ski- und Snowboardfahrer werden nicht vernachlässigt. Viele Destinationen warten mit Neuerungen auf: Da gibt es Pisten-Sofas, Ladies Weeks, Gratis-Angebote für Kinder, besonders günstige Tageskarten ab der zweiten Übernachtung und immer mehr so genannte Slow Slopes, wo Raser nicht geduldet werden.
Preiswerte Skiferien
Die Mehrheit der Hotels und Bergbahnen hätten auf Preisaufschläge verzichtet, machten Schweiz Tourismus und Seilbahnen Schweiz geltend. Viele Hotels böten sogar Zusatzangebote wie Skipässe bei unverändertem Preis an. Auf der ST-Website sind denn auch Spartipps, besonders preiswerte Hotels und dergleichen aufgelistet.
Eine Breitenwirkung verspricht sich Schweiz Tourismus von verschiedenen IT-Angeboten. Online oder auf Apps gibt es Wintersportberichte, Winterwanderweg-Tipps, ein Online-Gewinnspiel, besondere Hotelangebote und vieles mehr. Bis Februar gibt es für Smartphones und Tablets aller Betriebssysteme die Mobile-Funktion der Website.
Neuer Winterspot mit Wettbewerb
Wie den Gästen ein Höchstmass an Entspannung jenseits jeglichen Zeitdrucks
zu bieten ist, erzählt der neue ST-Winterspot mit den beiden urchigen Botschafter der Ferienschweiz, Sebi und Paul. Dazu entwickelten die Verantwortlichen von ST einen äusserst originellen interaktiven Online-Wettbewerb, bei dem es eine Woche Winterschlaf in den Bergen inklusive Skipass zu gewinnen gibt.
Der in sechs Sprachen gedrehte Spot mit einem Produktionsbudget von rund 500'000 Franken soll die nächsten zwei Wintersaisons eingesetzt werden, wie ST-Marketingleiterin Nicole Diermeier auf Anfrage der htr sagte.
Sebi und Paul werden im Schweizer Fernsehen, in Kinos, auf Social-Media-Plattformen und in den strategisch wichtigen ST-Märkten Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Holland, Nordamerika und Russland zu sehen sein.
Kinder und Jugendliche ansprechen
Kindern und Jugendlichen müsse man vermehrt zum Schneesport heranführen, sagte Seilbahnen-Schweiz-Direktor Ueli Stückelberger. Wer bis 12-jährig nicht mit Schneesport angefangen habe, werde das später kaum tun. Stückelberger betonte, dass es durchaus Skigebiete fürs kleine Familienbudget und spezielle Familienangebote gebe.
Zudem fördert Seilbahnen Schweiz – unterstützt vom Seco – Schneesportlager. Eltern können ihre Kinder zu recht günstigen Preisen in Lager schicken, deren Organisation Seilbahnen Schweiz übernimmt. So haben die Lehrkräfte kaum zusätzlichen Aufwand. Insgesamt sind im kommenden Winter laut Stückelberger 500 Lagerwochen in rund 40 Wintersportgebieten im Angebot.
Parallel dazu wurde auf diesen Winter hin die nationale Schneesport-Offensive «tickets4friends» lanciert. Auch hier stehen Jugendliche im Fokus. Initiantin dieser Kampagne ist die IG Schnee, die von Dachverbänden aus Wintersport und Tourismus getragen wird (npa/sda).
Siehe auch «Besserung kehrt erst im Sommer 2013 ein» (Prognosen für den Schweizer Tourismus von BAK Basel)
Lesen Sie mehr zum Thema «Tourismusprognosen» in der htr hotel revue vom 1. November 2012.





