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kulturgüter
28.08.2012
Stein- und Betonbauten im Fokus
Die Talsperre von Gamsen (VS), errichtet im 14. Jahrhundert.
Die Talsperre von Gamsen (VS), errichtet im 14. Jahrhundert. (Bild: zvg/nike-kultur.ch/Foto: Thomas Andenmatten)
Die Schweizer Ausgabe der Europäischen Tage des Denkmals 2012 lädt am 8. und 9. September ein zum Besuch von Bauten, die aus Stein und Beton gefertigt sind. Ziel ist es, Vorurteile gegenüber diesen beiden kulturell wichtigen Baumaterialien abzubauen.

Stein und Beton hätten aus der Landschaft Kulturlandschaft gemacht, sagte NIKE-Präsident Hans Widmer bei der Lancierung der Denkmaltage in Seedorf. NIKE, die Nationale Informationsstelle für Kulturgüter-Erhaltung, organisiert den Anlass zusammen mit den Fachstellen der Kantone und des Fürstentums Liechtenstein.

Widmer rief dazu auf, an den Denkmaltagen das Augenmerk nicht nur auf die Bauten zu richten, sondern auch auf die Umgebung. Stein und Beton müssten qualitätsvolle Bestandteile der Kulturlandschaft sein, sonst werde die Landschaft zubetoniert und «versteinere».

Steinbauten werden oft als «altes Gemäuer», Betonbauten als «Betonklötze» bezeichnet. Das Thema des Denkmaltages konfrontiere uns mit der Vergangenheit und der Gegenwart, sagte Jean-Frédéric Jauslin, Direktor des Bundesamtes für Kultur.

Unverzichtbare Baustoffe

Der Stein sei von den Menschen seit jeher als Rohstoff für Fundamente und Mauern benutzt worden, sagte Jauslin. Der künstliche Werkstoff Beton sei Dank seiner anfänglichen Formbarkeit und wegen seiner Belastbarkeit nicht mehr aus der Umwelt wegzudenken.

Lanciert wurde der diesjährige Denkmaltag von Uri und Tessin. Für diese beiden Kantone seien Stein und Beton von zentraler Bedeutung, sagte die Urner Regierungsrätin Heidi Z'graggen. Nur dank Mithilfe von Stein und Beton habe das Gotthardmassiv überwunden werden können.

Zu den Bauten, die etwa der Kanton Tessin am Denkmaltag vorstellt, gehören deshalb auch die steinernen Viadukte der Gotthardbahn in der Piottinoschlucht und die kühnen Betonbauwerke der Autobahn.

Moreno Celio, Direktor des Tessiner Umweltamtes, sagte, dass die A2 von einem Architekten, Rino Tami, mitgeplant worden sei und die Tessiner Landschaft stark präge. Der Denkmaltag gebe Gelegenheit, über die Autobahn und nicht über den Verkehr, den Stau und die Anzahl Gotthardröhren zu sprechen, sagte Celio.

Vielfältiges Angebot
Die Auswahl an Bauten, die in der Schweiz und in Liechtenstein am Denkmaltag besucht werden kann, ist gross und vielfältig. Natürlich gibt es viele Brücken zu besichtigen.

Gross ist die Spannbreite des Angebots etwa im Aargau: gezeigt werden in Aarau die Grossüberbauung Telli und die rätselhafte Steinreihe der Reusseggmauer zwischen Auw und Sins. In St. Gallen kann eine Steinbruchwanderung gemacht werden, in Uster (ZH) ein Kieswerk und in Basel die Münsterbauhütte besucht werden.

Die Tage des Denkmals werden europaweit durchgeführt. Ihr Ziel ist es, bei einem breiten Publikum das Interesse an Kulturgütern und deren Erhaltung zu wecken. Die Schweiz beteiligt sich seit 1994 an dem Anlass. (npa/sda)

Lesen Sie mehr zu den Europäischen Tage des Denkmals 2012 in der htr hotel revue vom 30. August 2012

  
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