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kantonale abstimmung NE
23.09.2012
TransRUN-Metro knapp gescheitert
Projektskizze: www.transrun.ch
Projektskizze: www.transrun.ch (Bild: zvg/transrun.ch)
Im Kanton Neuenburg kann die unterirdische Schnellbahn TransRUN nicht gebaut werden. Die Stimmberechtigten lehnten das neue S-Bahn-Projekt äusserst knapp mit 50,29 Prozent ab. Die Stimmbeteiligung lag bei 51,50 Prozent.

Die Neuenburgerinnen und Neuenburger lehnten die Vorlage am Sonntag mit 33'724 gegen 33'332 Stimmen ab. Damit muss die neue Bahnlinie zwischen Neuenburg und La-Chaux-de-Fonds – das Kernstück der neuen S-Bahn – begraben werden.
 
Die Neuenburger Stadtregierung nahm mit «grossem Bedauern» von diesem Entscheid Kenntnis. Damit habe der Kanton eine einmalige Chance verpasst, teilte sie mit. Die Regierung verlangt nun eine Grundsatzdiskussion darüber, wie es mit der Mobilität im Kanton weiter gehen soll.
 
Die SBB kündigte ihrerseits an, sich nun auf die bestehende Eisenbahnlinie zwischen Neuenburg und La-Chaux-de-Fonds zu konzentrieren. Diese solle renoviert werden, um auch in Zukunft einen gute Eisenbahnverbindung zu gewährleisten, sagte SBB-Direktionsmitglied Philippe Gauderon. In den nächsten Tagen wird eine entsprechende Studie in Angriff genommen.
 
Fahrzeit wäre halbiert worden
Der Bau der neuen, direkteren, weitgehend unterirdischen Bahnstrecke – eine Art Metro – hätte die Fahrzeit zwischen dem unteren und dem oberen Kantonsteil von heute 30 Minuten auf 14 Minuten verkürzt.
 
Die Neuenburger Bevölkerung sollte in Zukunft aber nicht nur schnellere und häufigere Verbindungen innerhalb des Kantons bekommen, sondern auch besser an Basel, Genf, das Mittelland und den Rest der Schweiz angebunden sein.
 
Nach Überzeugung der Regierung und der Mehrheit des Parlaments wäre dies entscheidend gewesen für die Zukunft der Wirtschaft und der jungen Generation.
 
Gegner kritisierten Kosten
Gekostet hätte das Projekt insgesamt 919 Millionen Franken. Davon hätten die SBB mindestens 240 und der Bund 111 Millionen übernommen. Für die restlichen gut 560 Millionen hätten der Kanton und die Gemeinden aufkommen müssen.
 
Die Regierung konnte die Bevölkerung nicht davon überzeugen, dass sich die Investition in die Verkehrsinfrastruktur langfristig gelohnt hätte und pro investierten Franken 1,25 Franken zurückgekommen wären.
 
Die Gegnerinnen und Gegner, allen voran die SVP und eine Minderheit der FDP, warnten, bei diesem Projekt werde zu viel Geld buchstäblich verlocht. Der kleine, bereits verschuldete Kanton könne sich die Ausgaben angesichts anderer hängiger Projekte wie Spitalreform und Pensionskassensanierung nicht leisten. (npa/sda)

  
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