Die Umwelt Arena mache die Energiewende fassbar und begreifbar und sensibilisiere Konsumenten für die Erkenntnis, dass es von allen abhänge, ob die Energiewende gelinge, sagte Leuthard in ihrer Rede. Sie bezeichnete die Umwelt Arena vor 850 geladenen Gästen als «hervorragende Idee».
Schöpfer des 45 Millionen Franken teuren Projekts ist der Zürcher Umweltpionier, Bauunternehmer und Kompogas-Erfinder Walter Schmid. Gemäss Schmid entscheidet der Konsument – seine Umwelt Arena soll dabei Hilfestellung bieten.
Der Initiant zeigte sich überzeugt, dass Konsumenten mehr ressourcenschonende Produkte kaufen würden, wenn sie deren Vorteile aktiv erleben könnten. So soll die Umwelt Arena zum Handeln anregen. Pro Jahr werden bis zu 300'000 Besucher erwartet.
Keine Verkaufsmesse
Auf drei Geschossen und im Erdgeschoss zeigen 100 Firmen Produkte und Lösungen auf den Gebieten Natur und Leben, Energie und Mobilität sowie Bauen und Modernisieren. Zuoberst können sich die Besucher über den neuesten Stand bei den erneuerbaren Energien informieren.
Obwohl Autos, Handys oder Lebensmittelprodukte zu sehen sind, versteht sich die Umwelt Arena nicht als Verkaufsmesse. Die als Ausstellung bezeichneten Galerien sollen Konsumenten die umweltfreundlichsten Produkte sämtlicher Branchen aufzeigen.
Das futuristisch anmutende Gebäude verkörpert das Programm bereits von aussen. In der kristallinen Dachform ist auf insgesamt 5300 Quadratmetern Photovoltaik eingebaut. Nach Angaben der Initianten handelt es sich um die grösste gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage der Schweiz.
Bereits Bau CO2-neutral
Dank neuartiger Gebäudetechnik produziert die Umwelt Arena rund 40 Prozent mehr Energie als sie für den eigenen Betrieb – ohne Ausstellungen – benötigt. Im Gebäudeinneren fehlt Sonnenlicht gänzlich.
Im Innenraum fällt der Blick auf eine gewaltige Arena, die bis zu 4000 stehende oder 1500 sitzende Personen fasst. Die Halle ist 100 Meter lang, 60 Meter breit und 20 Meter hoch. Besonders ins Auge sticht eine im Innenraum aufgehängte Kugel, die über zwei Stege erreichbar ist.
Das Gebäude liegt nur einen Steinwurf vom Shoppingcenter Tivoli in Spreitenbach entfernt. Von einem gewöhnlichen Gebäude unterschied sich die Umwelt Arena bereits im Bau. So funktionierte der gesamte Baustellenbetrieb CO2-neutral.
Der Baustellenkran wurde zum Teil mit einem Windrad betrieben. Die Lastwagen verkehrten mit Erdgas und Kompogas. Baumaschinen wie Bagger wurden mit Biodiesel betankt; ausserdem wurde CO2-neutraler Strom verwendet.
Wasserkreislauf kühlt oder heizt
Heizung und Kühlung funktionieren über ein 60 Kilometer langes Leitungssystem, das in Betondecken eingebaut und teilweise auch sichtbar ist. Weitere 9 Kilometer lang ist ein Röhrensystem unter dem Fundament, das als Wärme- oder Kältespeicher funktioniert.
Zwei Speicher nehmen je nach Saison und Bedarf Wärme oder Kälte auf. Überschüssige Wärme und Kälte werden im so genannten Erdkollektor gespeichert. Im Sommer zirkuliert kaltes Wasser, im Winter warmes.
Nachhaltiges Gastronomiekonzept
Die Tochtergesellschaft der SV (Schweiz) AG, dine&shine Event Catering, wurde als Betreiberin des Restaurants Klima gewonnen. Der Eventcaterer ist für das F&B-Angebot im Restaurant und im Cateringbereich, in den Seminarräumen und bei Events und Veranstaltungen wie Messen, Kongressen oder Banketten verantwortlich.
Gemeinsam mit der Hochschule Wädenswil hat dine&shine ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept definiert, um die Gastronomie möglichst nachhaltig zu betreiben. Dabei sollen vor allem saisonale Produkte verwendet werden sowie solche aus fairem Handel. Speiseresten kommen direkt in die hauseigene Stromproduktion. (npa/sda)





