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schweizer arbeitsmarkt
07.09.2012
Zunehmende Arbeitslosigkeit
(Bild: fotolia)
Die freundliche Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt trübt sich. Im August stieg die Arbeitslosenquote gegenüber Juli (2,7 Prozent) um 0,1 Prozent auf auf 2,8 Prozent. Weiterhin zählen die Branchen Gastgewerbe sowie Handel und Verkauf am meisten Arbeitslose.

Die Zahl der eingeschriebenen Arbeitslosen nahm um 3529 auf 119'823 zu, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Freitag mitteilte. Der Anstieg hat zwar vor allem saisonale Gründe; saisonbereinigt verharrte die Arbeitslosenquote auf 2,9 Prozent. Dennoch hat die Zahl der Arbeitslosen innert Jahresfrist um 7,3 Prozent zugenommen. Höher war sie zuletzt im April gewesen.

Der Arbeitsmarkt sei aber trotz der Überbewertung des Frankens und der Krise in Europa erstaunlich stabil, sagt Serge Gaillard, Leiter der Direktion für Arbeit im Seco, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda.

Der Euro-Mindestkurs der Schweizerischen Nationalbank (SNB) habe einen viel stärkeren Abschwung der Schweizer Wirtschaft verhindert. Die Inlandkonjunktur sei relativ gut geblieben, obwohl die Exporte, der Finanzplatz und der Tourismus unter Druck sind.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im August sei normal, da viele Jugendliche ihre Ausbildung beenden. Bei den 15- bis 24-Jährigen stieg die Zahl der als arbeitslos gemeldeten Personen auf 19'779. Das sind 9,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Situation sei im Vergleich zu früheren Jahren weiterhin gut, sagte Gaillard.

«Tornos ist hoffentlich eine Ausnahme»
Zum umfangreichen Stellenabbau beim Drehmaschinen-Hersteller Tornos sagte der Seco-Direktor, er hoffe, dass dies eine Ausnahme bleibe. Die Schweizer Industrie sei seit über einem Jahr unter Druck wegen der Überbewertung des Frankens und der europäischen Krise. «Es ist daher überraschend, wie stabil die Beschäftigung in der Industrie geblieben ist.»

Gaillard sieht aber auch den Willen vieler Unternehmer, möglichst viele Arbeitsplätze in der Schweiz zu erhalten. Denn die Schweiz sei ein ausgezeichneter Standort für die Industrie mit bestausgebildeten Arbeitskräften. Dank der Personenfreizügigkeit könnten auch Spezialisten aus Europa rekrutiert werden.

Zugleich ist die Arbeitslosenquote mit 4,9 Prozent bei den Ausländern deutlich höher als bei den Schweizern mit 2,1 Prozent. Die Quote hat bei den Ausländern gegenüber dem August des Vorjahres um 0,4 Prozentpunkte zugenommen, bei den Schweizern um 0,1 Prozentpunkte.

Rückgang nur in Glarus
In 17 Kantonen nahm die Arbeitslosigkeit im August zu, nur im Kanton Glarus ging sie zurück. Am höchsten ist sie in den Kantonen Genf und Neuenburg mit je 4,8 Prozent, am tiefsten in Nidwalden mit 0,7 Prozent.

Am meisten Arbeitslose zählen mit je rund 15'000 betroffenen Personen die Branchen Gastgewerbe sowie Handel und Verkauf. Auf vergleichsweise niedrigem Niveau ist die Zahl der Arbeitslosen im Bank- und Versicherungsgewerbe um fast ein Drittel auf 2309 gestiegen.

Auch bei den Stellensuchenden (+3054) und den offenen Stellen (-550) hat sich die Lage verschlechtert. Von Kurzarbeit waren gemäss neuesten Zahlen vom Juni 7799 Personen betroffen, 303 mehr als im Vormonat. 2950 Arbeitslose wurden im Juni ausgesteuert.

Trend hält an
Gaillard präsentierte letztmals die Arbeitsmarktstatistik, ehe er per 1. Oktober die Leitung der Eidgenössischen Finanzverwaltung übernimmt. Er rechnet damit, dass der Trend auf dem Arbeitsmarkt anhält.

Im Zuge der labilen Konjunktur habe die Zahl der Arbeitslosen seit elf Monaten jeweils saisonbereinigt um 800 Personen zugenommen. 2012 werde die Arbeitslosigkeit im Jahresschnitt voraussichtlich auf 2,9 Prozent und 2013 auf 3,1 Prozent steigen. 2010 hatte sie 2,8 Prozent betragen, 2010 noch 3,5 Prozent. (npa/sda)

  
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