2015 hatte das Parlament den Rahmenkredit für Schweiz Tourismus für die Legislatur 2016–2019 auf 230 Millionen Franken festgesetzt. Der Bundesrat legte dem Budget jedoch weniger Mittel, nämlich nur 220 Millionen Franken zu Grunde. Gleichzeitig beschloss der Bundesrat weitere Kürzungen für die Jahre 2018 und 2019. Damit stehen Schweiz Tourismus für die laufende Legislatur lediglich 210 Millionen Franken zur Verfügung. Der von Nationalrat Thomas Egger eingereichte Minderheitsantrag, diese Kürzung rückgängig zu machen, wurden letztendlich auch von den Räten nicht unterstützt. Für das Jahr 2018 bedeutet der Beschluss eine Kürzung des Budgets um 1,6 Millionen Franken.

Die Verbände hotelleriesuisse und Parahotellerie Schweiz zeigten sich von dem Entschluss enttäuscht. Der Entscheid sei eine verpasste Chance, da die Herausforderungen des starken Frankens noch nicht überwunden seien – trotz steigender Logiernächte im Jahr 2017. Die Stabilisierung der traditionellen Herkunftsmärkte wie Deutschland oder das Vereinigte Königreich finde auf sehr tiefem Niveau statt. Es wäre daher wichtig gewesen, dass Schweiz Tourismus seine Anstrengungen mit einem ungekürzten Budget unvermindert hätte fortführen können.

Auch der Schweizer Tourismus-Verband STV bedauert, dass der Minderheitsantrag abgelehnt wurde und damit der vom Parlament verabschiedete Rahmenkredit nicht eingehalten wird. Um in Zukunft solch unerwartete Kürzungen zu vermeiden, fordert der STV, dass der Rahmenkredit über vier Jahre in einen Verpflichtungskredit umgewandelt wird. Nur so könne die Planungssicherheit von Schweiz Tourismus gewährleistet werden.

Schweiz Tourismus ist vom Bund beauftragt, Neukunden zu gewinnen und neue Märkte zu erschliessen. Der Anteil Bundesmittel beträgt 55 Prozent, die verbleibenden 45 Prozent stammen aus der Branche und Kooperationen mit der Privatwirtschaft. Laut einer Wirkungsmessung löst 1 Bundesfranken 36 Franken touristischen Umsatz aus. Diese seien für die betroffenen Gebiete von höchster Bedeutung, denn der Tourismus sei in vielen Berggebieten die wichtigste Branche, von der andere Branchen direkt abhängig seien, argumentieren hotelleriesuisse und Parahotellerie Schweiz. (htr/pt)