Am traditionellen Polit-Dîner in Bern informieren hotelleriesuisse und Parahotellerie Schweiz die parlamentarischen Vertreter über die politischen Schwerpunkte der Beherbergungsbranche für das kommende Jahr.

Die Verbände sehen insbesondere beim Kampf gegen die Hochpreisinsel Schweiz, der Neugestaltung der Tourismuspolitik sowie bei der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik weiterhin Handlungsbedarf. Des Weiteren müsse der unternehmerischen Freiheit der KMU bei der Entwicklung der digitalen Märkte Rechnung getragen werden.

Der Kampf gegen die Hochpreisinsel Schweiz bleibt für die Branche die höchste Priorität. Am Dienstag reichen deshalb hotelleriesuisse und Parahotellerie Schweiz zusammen mit anderen Partnerorganisationen die «Fair-Preis Initiative» ein. Sie soll Unternehmen helfen, die Kosten im Beschaffungswesen zu senken. Die Bemühungen der Politik, die staatlichen Hürden wie technische Handelshemmnisse und Zölle abzubauen, seien zwar begrüssenswert, lösten aber das Problem der «privatrechtlichen Abschottung» der KMU und Konsumenten nicht, wie die Verbände mitteilten.

Der flexible Arbeitsmarkt sei ein wichtiger Standortvorteil der Schweiz und solle gefördert werden, argumentieren die beiden Branchenverbände weiter. Zu viele starre rechtliche Regelungen würden den Bedürfnissen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht gerecht werden. Deshalb seien flexible und unbürokratische Regelungen umso wichtiger, weil es immer weniger qualifizierte Fachkräfte geben werde.

hotelleriesuisse arbeitet zurzeit an einem Massnahmenplan, um neue Fachkräfte zu gewinnen und zu fördern.

Des Weiteren müsse man die Neuerungen im Finanzierungsmodell der Höheren Berufsbildung genau beobachten, damit diese auch weiterhin attraktiv und leistungsstark bleibt.

Ausserdem fordert die Hotellerie, dass die unternehmerische Freiheit der unabhängigen Betriebe im digitalen Zeitalter sicherzustellen ist. Eine schnelle Umsetzung der Motion Bischof sei deshalb wichtig.

Weiter müssten die Entwicklungen der digitalen Plattformen genau beobachtet und die Mindestbedingungen für funktionierenden Wettbewerb bei Bedarf angepasst werden.

Begrüssen würde hotelleriesuisse auch die Neugestaltung der Tourismuspolitik. Der Unternehmerverband der Schweizer Hotellerie fordert, dass dem Unternehmertum, der Digitalisierung und dem marktgetriebenen Strukturwandel Rechnung getragen wird. Die Stärken der Destinationen sollen gezielt unterstützt werden. Dafür müssten die Förderinstrumente gezielter eingesetzt und deren Finanzierung gewährleistet werden, argumentiert der Verband. (pt/htr)