Zum 10. Mal zeichnete das Great Place to Work Institut die besten Arbeitgeber der Schweiz in den Kategorien kleinere, mittlere und grosse Organisationen sowie Gesundheits- und Sozialwesen aus. DasRanking basiert auf einer Studie mit umfassenden Mitarbeitendenbefragungen undKulturanalysen. Diese beiden Instrumente bilden die Basis für eine Messung und stetigeVerbesserung der Arbeitsplatzkultur.

Im Rahmen dieser jährlich durchgeführten Studie hat «Great Place to Work» über 26'000 Mitarbeitende aus der Schweiz befragt. 150 Unternehmen stellten sichdem Vergleich mit den «Besten Arbeitgebern», legten ihre Personalprozesse offen und liessenihre Mitarbeitenden anonym Rückmeldungen geben.

Erfreulicherweise konnten sich in diesem Jahr zwei Arbeitgeber aus der Hotellerie in der Kategorie mittelgrosse Unternehmen (50 bis 249 Mitarbeitende) gegen starke Konkurrenz durchsetzen und auszeichnen lassen.

Die Mitarbeitenden des Hotels Schweizerhof Bern & The Spa in Bern gaben ihrem Betrieb zu zentralen Arbeitsplatzthemen wie Vertrauen, Identifikation, Teamgeist, berufliche Entwicklung, Vergütung, Gesundheitsförderung und Work-Life-Balance gute Noten. Das 5-Sterne-Superior-Haus platzierte sich auf Rang 5 in der Liste «Beste Arbeitgeber der Schweiz 2018» und verbesserte sich gegenüber der Umfrage zum Vorjahr um 10 Prozent.

«Stillstand bedeutet Rückschritt. Tagtäglich überprüfen wir neue Strukturen undVerbesserungsmöglichkeiten. Kürzlich entwickelten wir ein Talent-Management System, das wirjetzt Schritt für Schritt implementieren. Die Mitarbeitenden müssen sich wohl und geschätztfühlen, um zusammen Grosses zu erreichen. Ich bin sehr stolz auf dieses Ergebnis», freut sich IrisFlückiger, General Manager im Berner «Schweizerhof».

Über einen Platz in den Top 15 freuen darf sich auch das Waldhotel National in Arosa. Der Bündner 4-Sterne-Superior-Betrieb erreichte in diesem Jahr den 11. Rang unter den mittelgrossen Unternehmen. «Wir freuen uns riesig. Die Auszeichnung ist der Beweis für unsere Mitarbeiterförderung und Wertschätzung. So macht arbeiten ganz grosse Freude. Wir haben ein super Team», lacht Christian Zinn, Hoteldirektor des Waldhotels National Arosa. «Unser Engagement zahlt sich aus, so konnten wir für ein Hotel selten, unsere Personalfluktuation auf ein ganz tiefes Niveau senken».

Auswertungen der Studie 2018
Die Studienergebnisse zeigen, was die Grundlagen einer guten Arbeitsplatzkultur sind:Glaubwürdigkeit, Respekt und Wertschätzung, Fairness (auch bei der Vergütung) undTeamgeist. Ebenfalls sehr wichtig sind Stolz auf die Tätigkeit und das Unternehmen.

Bei der Wahrnehmung eines angemessenen Lohns zeigen sich in den Unternehmen grosseUnterschiede (79 % positive Wahrnehmung bei ausgezeichneten vs. 38 % bei nichtausgezeichneten Organisationen). Laut den Studienleiter sei dabei auffällig, dass dieempfundene Fairness und Perspektive wichtiger ist als die absolute Lohnhöhe. Hier erzielen auch Firmen ohne hohe Löhne oft einebessere Wahrnehmung als Branchen mit hohen, aber unfair erlebten Löhnen.

Um Kreativität zu wecken, schnell auf Veränderungen reagieren zu können und Mitarbeitendefür einen besonderen Einsatz zu begeistern, brauche es aber mehr, schreibt «Great Place to Work» in einer Mitteilung. Häufig unterschätztwürden dabei die Bedeutung der Sinnhaftigkeit und des Vertrauens im Unternehmen.

Dabeizeigten sich gerade diese Punkte als entscheidend für einen besonderen Einsatz der Mitarbeitenden. Es gelte die Mitarbeitenden bei Entscheidungen zu integrieren und gemeinsamsoziale Verantwortung zu übernehmen. Den Mitarbeitenden sei es heute wichtiger, einenwertvollen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.

Die weiteren Studienergebnisse zeigen beträchtliche Unterschiede zwischen ausgezeichnetenOrganisationen und dem Rest. Zum Beispiel liegt die Zustimmung zur Förderung der Work-Life-Balancebei ausgezeichneten Organisationen mit 77 Prozent deutlich höher als bei nichtausgezeichneten mit nur 44 Prozent.

Die besten Arbeitgeber schaffen es zudem, die Erwartungenan das Unternehmen auch zu erfüllen. Nach mehr als zwei Dienstjahren bleibt dieZufriedenheit mit 81 Prozent recht stabil während nicht ausgezeichnete Arbeitgeber mehr und mehrMitarbeitende enttäuschen (Zustimmung sinkt auf 65 Prozent).

Bei einer guten Arbeitsplatzkulturgelingt es zudem, dass Mitarbeitende (82 % Zufriedenheit) und Führungskräfte (84 %Zufriedenheit) an einem Strang ziehen und ihr Umfeld ähnlich positiv erleben. Wichtig hierfür sei es laut den Analysten, dass die Mitarbeitenden Ideen und Meinungen einbringen können ohne Sorge vorFehlern haben zu müssen.

Bei nicht ausgezeichneten Organisationen zeigen sich hier häufig zweigegeneinander arbeitende Gruppen mit grossen Unterschieden in der Zufriedenheit (63 % fürMitarbeitende vs. 82 % für Führungskräfte). (htr)


Zur MethodikGreat Place to Work Schweiz befragte letztes Jahr weltweit über 200'000 Mitarbeitende. Über26'000 Mitarbeitende aus der Schweiz beantworten anonym rund 58 Fragen zuunterschiedlichen Dimensionen der Arbeitsplatzkultur. Die dargestellten Prozentzahlenentsprechen der positiven Zustimmung zu einem Thema. Die Teilnahme am Wettbewerb istfür jede Organisation möglich. Für eine Auszeichnung braucht es 20 oder mehr Mitarbeitendeund mindestens 7 von 10 Mitarbeitenden müssen das Unternehmen positiv beurteilen.