Vor drei Jahren brannte das Hotel Kaiseregg in Plaffeien (FR), nun müssen sich sich die mutmasslichen Drahtzieher der Brandstiftung vor Gericht verantworten. Der heute 61-jährige Besitzer des ehemaligen Hotels und sein 40-jähriger Geschäftspartner bestreiten die ihnen zur Last gelegten Vorwürfe. Ihre Anwälte plädieren für einen Freispruch.

Der Staatsanwalt Fabien Gasser verlangt für denHotelbesitzer eine Freiheitsstrafe von dreissig Monaten, davon sechs Monateunbedingt und der Rest mit einer Bewährungsfrist von drei Jahren. Für denGeschäftspartner fordert er eine unbedingte Gefängnisstrafe von fünfeinhalbJahren.Die 25 Monate in Haft hätten ihn fast umgebracht, klagte der Geschäftspartner des ehemaligen Hoteliers am Dienstag vor Gericht. «Ich habe meine Familie verloren, man hat mir alles genommen und alle meine Träume zerstört.»

«Es tut mir weh und ist für mich ein Schock, hier auf der Anklagebank zu sitzen», doppelte der Hotelbesitzer nach. Er habe nichts mit dem Brand zu tun und auch nie mit dem Gedanken gespielt, das Hotel anzuzünden. Geständig und bereits verurteilt ist der Mann, der im Januar 2015 das Feuer in dem leerstehenden Hotel gelegt hatte. Er gab allerdings an, im Auftrag einer Drittperson gehandelt zu haben.

Gerüchte über «warmen Abbruch»
Laut Anklageschrift beabsichtigte der Besitzer, das leerstehende Hotel abzureissen und Wohnungen zu bauen. Doch für den Abriss des denkmalgeschützten Gebäudes erhielt er von den Behörden keine Bewilligung. Im Herbst 2014 trat der Besitzer in Kontakt mit einem Geschäftsmann, der sich für das Immobilienprojekt interessierte.Dieser Geschäftsmann soll schliesslich die Brandstiftung organisiert haben. Dem Mann, der das Feuer legen sollte, versprach er 20'000 Franken. Als der angeheuerte Brandstifter zu zögern begann, soll ihn der Geschäftsmann unter Druck gesetzt haben. In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2015 schritt der angeheuerte Brandstifter schliesslich zur Tat, nachdem er kontrolliert hatte, dass sich niemand in dem Gebäude aufhielt.

Rund 60 Feuerwehrleute mussten den Grossbrand bekämpfen. Das ehemalige Hotel wurde fast vollständig ein Raub der Flammen. Schon bald nach dem Brand wurden Gerüchte laut, dass das Gebäude «warm abgebrochen» worden sei. Die Gebäudeversicherung verweigerte die Auszahlung des versicherten Betrags von rund zwei Millionen Franken. Sie nimmt am Prozess als Privatklägerin teil.

Drohungen aus der Zelle
Selbst aus der Haft heraus, versuchte der Geschäftspartner den Brandstifter zu einem Widerruf seines Geständnisses zu bewegen. Es gelang ihm dem angeheuerten Brandstifter einen Brief zukommen zu lassen und ihn unter Druck zu setzen.

Der Geschäftsmann muss sich daher auch wegen Nötigung und Drohung vor Gericht verantworten. Der Prozess vor dem Gericht des Saanebezirks ist auf mehrere Tage angesetzt. (htr/og)