«Wer auf der ganzen Welt ins Zentrum fahren will, muss das bezahlen», sagte Mitinitiant Marc Syfrig am Mittwoch anlässlich der Präsentation der Studie. Auch in Luzern soll es künftig seinen Preis haben, wenn Touristen mit dem Car mitten in der Stadt aus- und einsteigen wollen.

Und dieser Preis liegt bei 120 Franken pro Stunde oder pro Ein- und Ausfahrt in das Parking, das unter der Fahrspur des Schweizerhofquais dereinst 37 Bussen Platz bieten soll. Damit und allenfalls mit 166 zusätzlichen Autoparkplätzen im zweiten Untergeschoss liessen sich jährlich 14 Millionen Franken Einnahmen generieren, rechnete Gesamtprojektleiter René Zemp vor.

Die Baukosten werden auf 140 Millionen Franken veranschlagt. Der Stadt als Grundbesitzerin könnte ein Baurechtszins von mehreren100'000 Franken pro Jahr entrichtet werden. Die Rendite läge zwischen 3 und 7 Prozent.

Auch ohne Autos rentabel
Den Löwenanteil zur Wirtschaftlichkeit würden Einnahmen durch Cars beitragen. In der Studie sei man denn auch zum Schluss gekommen, dass das Projekt sowohl mit als auch ohne Autoparkplätze rentabel wäre. Letztere würden nur Sinn machen, wenn dafür überirdische Parkplätze aufgehoben würden.

Die Initianten sehen das See-Parking als Teil des übergeordneten städtischen Park-Konzepts. Ende Februar hatte sich der Stadtrat für ein Car-Parking auf der Allmend ausgesprochen. Die Stadt Luzern benötigt für Cars elf Anhalte- und 118 Parkierungsplätze.

Die Anlage im Zentrum wäre ein «Premium-Parking» für jene Touristen, die keine Zeit verlieren wollten durch eine Fahrt mit der S-Bahn in die Stadt, sagten die Initianten. Die Kosten für die Parkzeit bei 40 Personen pro Car würden sich demnach etwa die Waage halten mit dem Preis für das Bahnbillett.

Überdies lasse sich dank des «Pricings» auch der Verkehr steuern.Während heute an einem Tag 784 Carfahrten registriert werden, könnte diese Zahl laut Berechnungen der Studienautoren mit dem Seeparking um 305 Fahrten reduziert werden.

Insel-Idee für Aushub
Einfahren würden die Cars über eine Rampe in der Gotthardstrasse, die Ausfahrt erfolgt ebenfalls über eine Rampe bei der heutigen Blumeninsel auf dem Schweizerhofquai. Für Autoparkplätze wäre die Zufahrt über das bestehende Schweizerhofparking vorgesehen. Gebaut würde das ganze in Deckelbauweise, wodurch die Strasse während zwölf Monaten nur teilweise gesperrt werden müsste. Rund drei Jahre würde der Bau dauern.

Auch für die Verwendung des Aushubs von rund 5000 Lastwagenladungen, die per Schiff abtransportiert würden, liegen bereits Idee vor. So könnte damit eine Schwimm- oder Vogelinsel im See aufgeschüttet werden – etwa vor der Aufschütte.

Mit der Machbarkeitsstudie, die rund 500'000 Franken kostete und von den involvierten Planern sowie Luzerner Geschäften finanziert wurde, wollen die Initianten der Politik ein Instrument in die Hand geben. (sda/npa)