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dolce vita
9.08.2012
Nachhaltige Festival-Kost
Das Berner Buskers Festival startet heute Abend - mit einem neuen Gastro-Konzept. Dieses stellt die Anbieter vor neue Herausforderungen.
Franziska Egli

Wenn heute Abend Berns 9. Strassenmusikfestival Buskers beginnt, wird die Hälfte der 51 Verpflegungsstände mit einem «Buskers Öko»-Ballon versehen sein, was bedeutet: Hier wird ausschliesslich nachhaltig gekocht. Fleisch und Eier stammen aus Schweizer Produktion und Freilaufhaltung, Fisch und Meeresfrüchte sind MSC-zertifiziert oder ebenfalls aus Schweizer Haltung, und auch alle anderen Produkte wie Früchte, Gemüse, Getreide und Milchprodukte sind hiesiger Herkunft. Dafür gibt's die Nachhaltigkeitsauszeichnung «artgerecht, regional - für die Zukunft». Für alle anderen gilt der Mindeststandard, wonach Pouletfleisch aus Schweizer Produktion verwendet werden muss, Trutenfleisch gar nicht mehr zugelassen ist und Fischware ebenfalls aus hiesiger Produktion stammen oder zumindest MSC-zertifiziert sein muss.

Zwar setzt man beim Berner Festival mit seinen rund 70000 Besuchern an drei Tagen (Stand 2011) von jeher Wert auf regionale und nachhaltige Festival-Verpflegung. Mit diesen neuen Standards jedoch, begründet Gastro-Chef Klaus Widmer, wolle man noch mehr der Tendenz entgegenwirken, Waren - insbesondere Fleisch und Fisch - möglichst günstig beim Grosshandel zu beziehen. «Es kann doch nicht sein, dass ein Poulet nur noch acht Franken kostet», argumentiert er.

Peter Ulrich von Peppinos Catering in Murten begrüsst die Neuerung - macht aber keinen Hehl daraus, dass die Umsetzung nicht ganz einfach war. «Wenn man Paella anbietet, bedeutet das eine logistische Herausforderung». Doch er wurde fündig, was zur Folge hat, dass seine Paella statt 16 Franken neu nun 18 Franken kosten wird. «Aber das ist dem Buskers-Publikum, das nicht nur aus jungen Leuten besteht, zuzumuten», ist auch Widmer überzeugt.

Stefan Ruprecht, Mitinhaber der Gastrofirma Taberna AG, sagt: «Da wir von jeher Schweizer Produkte und nachhaltige Produzenten bevorzugen, erfüllen wir den Mindeststandard». Und trotzdem: «Bei der Frage, ob wir für unser indisches Gericht echten Basmati-Reis aus Indien oder zertifizierten Schweizer Reis verwenden, bevorzugen wir ganz klar das Original.» Solcher Tücken ist man sich auch bei den Organisatoren bewusst - und verspricht Anpassungen für nächstes Jahr.

  
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