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weinbau
24.10.2017
Kleine Ernte für Rebbauern der Region Basel
Das Weinjahr 2017 ist in der Region Basel qualitativ gut, quantitativ jedoch miserabel ausgefallen. Nach dem Spätfrost vom April liess sonnig-warmes Wetter die Reben besser gedeihen als zunächst befürchtet, doch am Ende kam nur ein Fünftel einer Durchschnittsernte zusammen.

Quantitativ sei 2017 für die Nordwestschweizer Winzer «ein Jahr zum Vergessen», bilanzierte Rebbaukommissär Andreas Buser vom Baselbieter Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain. Laut seiner Mitteilung war die Ernte nach dem Start Ende August schon Mitte Oktober und damit früh beendet. Grund war der schwache Behang.

Nachdem der trockene Winter und der relativ warme Jahresbeginn die Reben hatte früh austreiben lassen, liess Mitte April starker Frost, verstärkt von Schnee und Wind, fast alle Knospen erfrieren. Erst im Mai wurde es wieder warm, dann aber richtig. Die meisten Reben trieben dann nochmals aus; Früchte reiften aber uneinheitlich aus.

So half auch der wärmste Frühling/Sommer seit Messbeginn 1864 nicht viel, auf den Buser verwies, zumal fast das ganze 2017 sehr trocken blieb. Die Frostschäden steigerten auch den Frassdruck auf die übrig gebliebenen Trauben stark – Vögel, Rehe, Wespen und Co. hatten weniger Futter als sonst und rissen sich um die Trauben.

Exoten glänzen
Unter dem Strich resultierten rund 180 Tonnen Traubenernte aus den insgesamt 134,5 Hektaren Rebfläche der Region. Der Zehnjahresschnitt liegt bei 788 Tonnen, und im Vorjahr waren gar 868 Tonnen gelesen worden. So ergab sich nun ein Flächenertrag von rekordtiefen 135 Gramm Trauben pro Quadratmeter (g/m2), bei einem Schnitt von 588 Gramm.

Auf Rotweine entfallen 119 Tonnen Trauben, auf weisse 61 Tonnen. Die Qualität immerhin ist vergleichsweise sehr gut geraten bei den regionalen Hauptsorten Blauburgunder und Riesling-Silvaner: Deren Fruchtzuckerwerte betrugen heuer 90 respektive 79 Oechslegrade im Schnitt. Einige in der Region weniger verbreitete Rebsorten haben erstaunliche Flächenerträge ergeben, bis zum Siebenfachen des diesjährigen Durchschnitts. Die teils kleinen Mengen machen diese Daten jedoch wegen standortspezifischen Faktoren und Unschärfen nicht leicht interpretierbar, wie Buser auf Anfrage sagte.

Nennenswerte positive Ausnahme ist der weisse Nobling, aus dem man einen trockenen Schaumwein keltern kann: Dieser erreichte einen Ertrag von 815 g/m2 bei 85 Grad Oechsle. Dank sortentypisch späten Austriebs hätten Nebentriebe besser überlebt als bei anderen. Indes gab es davon nur insgesamt gut eine Tonne, vor allem in Biel-Benken. (sda/og)

  
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