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neubauprojekt
11.12.2017
Flims plant neues 32-Mio.-Franken-Resort
In Flims soll anstelle des sanierungsbedürftigen Sportzentrums Prau la Selva bereits im Jahr 2020 das 234-Betten Resort «Nature Retreat Prau la Selva» eröffnet werden. Das 32-Mio.-Franken-Projekt soll der Bündner Gemeinde einen nachhaltigen Impuls zur Entwicklung des Ganzjahrestourismus bescheren.

Das in den 1980er Jahren erbaute Flimser Sportzentrum Prau la Selva muss aus technischen Gründen zeitnah saniert werden. Die Gemeinde Flims hat dies zum Anlass genommen, im Rahmen ihrer Überlegungen zur Standortentwicklung Rolle, Funktion und insbesondere das Potenzial des Areals neu zu definieren. Die Entwicklungswerkstatt Quant AG, Flims, wurde aus diesem Grund beauftragt, ein Umnutzungskonzept für das Sportzentrum und das Areal Prau la Selva auszuarbeiten. Der innovative Lösungsansatz wurde am Montag nun erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Outdoor-Resort als touristisches Impulsprojekt
Im Gebiet Prau la Selva soll nach dem Willen der Gemeinde Flims bereits im Jahr 2020 ein Outdoor-Resort eröffnet werden, das in seiner Art und Ausrichtung neuartig und im alpinen Raum einzigartig sei, wie es laut Mitteilung der Gemeinde Flims heisst.

Im «Nature Retreat Prau la Selva» sind insgesamt 56 Cabins mit 234 Betten geplant. Neben den innovativen Unterkünften umfasst eine Lodge mit Reception, ein Restaurant mit Bar und Lounge, einen Shop mit Rangerdesk (Outdoor Concierge), sowie Tagungs-Infrastrukturen. Ebenfalls Teil des «Nature Retreat» sind Stellplätze für Wohnmobile und ein Areal zum Zelten.

Bei einem Investitionsvolumen von 32 Millionen Franken soll gemäss Projektentwickler Andreas Bärtsch von der Quant AG zu Beginn ein jährlicher Umsatz von über fünf Millionen Franken erwartet werden. Die Gespräche mit Investoren für die Finanzierung des Projekts seien bereits weit fortgeschritten und sollen in den kommenden Monaten weiter konkretisiert werden.

Bei der Betreibersuche ist die internationale Distributionskraft entscheidend für die Evaluation potenzieller Kandidaten. Kontakte mit verschiedenen Interessenten würden bereits bestehen und 2018 fortgeführt.

Laut Andreas Bärtsch liefert das Resort-Projekt eine nachhaltig rentable Antwort auf die steigende Nachfrage nach unverwechselbaren Natur-Erlebnissen. «Als Gäste haben wir vorwiegend in städtischen Gebieten lebende Personen mit einer Affinität zur Natur und zum Outdoor-Erlebnis im Visier». Das Freizeitangebot solle Familien mit Kindern und qualitätsbewusste Menschen mit Entdeckergeist anziehen.

Der Projektverantwortliche sieht das «Nature Retreat Prau la Selva» als Ausgangspunkt zu den naturräumlichen Highlights der Region, mit dem UNESCO-Welterbe Tektonik Arena Sardona und der Rheinschlucht «Ruinaulta» als Erlebnis-Leuchttürme.

Künstlicher See und Pfahlbau-Siedlung
Das Resort-Projekt soll auch in Bezug auf Architektur und Landschaftsgestaltung neue Akzente setzen. Für das Architekturkonzept konnte das Bündner Architekturbüro Bearth & Deplazes Architekten gewonnen werden.

Die heutige Sportanlage aus den 1980er-Jahren schöpfe das Potential des besonderen Standorts bei weitem nicht aus, sagte Architekt Valentin Bearth vor den Medien. «Es ist ein besonderer Ort für eine besondere Art der Beherbergung».

Bearths Konzept sieht den vollständigen Rückbau der heutigen Sportanlagen und an deren Stelle die Schaffung eines neuen Sees, des «Lag Prau la Selva» vor. Die Speisung des Sees aus den Bächen der Umgebung sei gesichert, und bald werde sich die passende Flora und Fauna dazu einstellen, sagte Bearth.

Bis 2020 soll rund um den See eine Pfahlbau-Siedlung aus kleinen Wohnhütten entstehen, die in Holzbauweise errichtet werden. Sie sind eine Mischung aus Fischerhaus und Baumhaus, denn sie stehen auf Pfosten im Ufer des Sees, und besitzen Dachfenster, durch die man in die Wipfel der darüber aufragenden Tannen sieht.

Seeseitig befindet sich vor jeder Hütte eine geräumige Terrasse knapp über dem Seespiegel. Es sind verschieden grosse Belegungen mit 2, 4, 6 und 8 Personen vorgesehen. Die Hütten werden durch einen rückliegenden, ringförmigen Weg erschlossen, sodass sie für den Betrieb und Unterhalt gut erreichbar sind.

Projekt als grosse Chance für Gemeinde und Destination
Für den Flimser Gemeindepräsidenten Adrian Steiger passt das Resort-Projekt Prau la Selva bestens in die strategischen Geschäftsfelder von Gemeinde und Destination. «Flims hat im Bereich Natur, Kultur, Tradition und Ursprung ein unglaublich grosses Potenzial». Die Gemeinde hätte bereits in der Vergangenheit verschiedene Projekte in diesem Spannungsfeld initiiert, sagte Steiger und erwähnte als Beispiele den Themenweg «Trutg dil Flem», den Klettersteig «Pinut» oder die Aussichtsplattform «Il Spir».

Ein übergreifendes Gesamterlebnis, das die Natur in den Vordergrund stelle, sei bisher jedoch vakant. Das Resort-Projekt liefere hier eine sehr attraktive Antwort, sagte Steiger. Das «Nature Retreat Prau la Selva» unterstütze die zukünftige Positionierung und Vermarktung der Destination und setze gleichzeitig neue Impulse für die Entwicklung der Tourismusregion Flims Laax Falera. Aus Sicht der Gemeinde von besonderem Wert sei schliesslich die Tatsache, dass mit dem Resort zusätzliche Wertschöpfung für Flims generiert und über 30 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. (htr/npa)

  
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