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18.05.2017
Grosse Mehrheit der Hotels hält sich an die enge Paritätsklausel
Beherbergungsbetriebe, die sich nicht daran halten, müssen laut einer Umfrage mit Strafen der OTA rechnen.

Rund 70% von 329 durch das Institut für Tourismus der Fachhochschule Westschweiz Wallis in Siders (HES-SO Valais/Wallis) befragten Hotels halten sich an die enge Paritätsklausel. Diejenigen, die die Preise differenzieren, werden zur Einhaltung aufgefordert. Folgende Strafmassnahmen hätten die OTA bei den befragten Hotels schon angewendet: Ausschluss, Ausschluss aus Preferred-Programmen, schlechteres Ranking.

Die Vertriebskosten entwickeln sich zunehmend zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor in der Hotellerie, auch aufgrund steigender Abhängigkeiten im Online-Vertrieb. Gemäss der Studie der Walliser Tourismusforscher entsprechen die Vertriebskosten eines Schweizer Hotels 7,8% der Gesamtkosten, was im Vergleich zu den durchschnittlichen Personalkosten von 42% als substanziell erachtet werden könne. «Bei vier von zehn Hotels liegen die Vertriebskosten sogar zwischen 10 und 20%», so die Studienverfasser.

Höherer Kommissionssatz für grössere Hotels
Der durchschnittliche Kommissionssatz, den Hotels an OTA bezahlen, lag 2016 bei 13,6%. Jeder vierte Betrieb bezahlte 15% und 8% der Hotels mehr als 15%. Kleine Hotels haben generell tiefere Kommissionen als grössere Betriebe. Die Studienautoren gehen davon aus, dass grössere Betriebe vermehrt am Preferred-PartnerProgramm teilnehmen und so ein besseres Ranking auf den OTA erreichen. Dies führe zu mehr Buchungen bei Hotels, die eine höhere Zahlungsbereitschaft aufweisen können. Die OTA generierten 2016 einen geschätzten Buchungsumsatz von 1,1 Mrd. Franken und kassierten dafür rund 150 Mio. Franken an Kommissionen. Dies entspricht fast 34 000 Franken pro Hotel und Jahr.

Airbnb keine Konkurrenz für die grossen OTA
14% der Hotels gaben in der Umfrage an, bereits Angebote über Airbnb lanciert zu haben und zwei Drittel dieser Betriebe scheinen mit diesem neuen Vertriebskanal zufrieden zu sein. Die Auswirkungen von Airbnb auf die Logiernächte sei hingegen für die Hoteliers schwieriger zu bewerten. 38% wissen nicht, ob das Auftauchen von Airbnb für einen Rückgang der Übernachtungen verantwortlich ist, und 38% der Befragten können die Auswirkungen noch nicht präzise erfassen. Airbnb scheint damit keine Konkurrenz für die drei marktbeherrschenden OTA (Booking, Expedia, HRS) zu sein. (htr/dst)

  
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