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pilotprojekt
27.04.2018
Weniger Bürokratie bei Mitarbeiter-Sharing
Das Staatssekretariat (Seco) bewilligt einen Pilotversuch des Mitarbeiter-Sharings in den Kantonen Graubünden und Tessin. Den Saisonmitarbeitenden soll damit eine unbürokratische Lösung beim Bezug von Arbeitslosengeld in der Zwischensaison ermöglicht werden. Der Start des Projekts ist auf Anfang 2019 geplant.

Das Konsortium Mitarbeiter-Sharing schlägt ein neues Modell bei der Vergabe von Arbeitslosengeldern für Saisonmitarbeitende vor. Im Rahmen eines Pilotversuchs sollen sie von einer unbürokratischen Lösung der Arbeitslosenversicherung profitieren, falls zwischen den Saisons kleine Lücken entstehen.

Der Pilotversuch wurde von der Aufsichtskommission für den Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung am 19. April 2018 genehmigt. Ob der Ansatz erfolgreich ist, wird ab dem 1. Januar 2019 während drei Jahren mit Mitarbeitenden, die einen Wohnsitz in den Kantonen Graubünden und Tessin haben, getestet.

Unbürokratisches Schliessen von kleinen Erwerbslücken
«Die aktuelle Situation ist für alle unbefriedigend. Mit der von uns vorgeschlagenen Lösung wollen wir positive Anreize setzen und dem Problem der saisonalen Arbeitslosigkeit mit einem neuen Ansatz begegnen», meint Brigitte Küng, Projektleiterin des Vereins Mitarbeiter-Sharing an der HTW Chur.

Konkret bedeutet es, dass Mitarbeitende, die sich im Mitarbeiter-Sharing-Modell für zwei Saisonstellen pro Jahr – eine Sommer- und eine Winterstelle – verpflichten, belohnt werden.

Wenn sie sich über die Mitarbeiter-Sharing-Plattform registrieren und damit den Nachweis erbringen, nebst der aktuellen Saisonstelle eine Anschlusslösung in Form einer ergänzenden Saisonstelle zu haben, werden sie von der Auflage befreit, Arbeitsbemühungen nachweisen zu müssen und können während maximal sechs Wochen pro Jahr von Arbeitslosenentschädigungen profitieren. Damit können kleine Erwerbslücken, beispielsweise zwischen den Saisons, unbürokratisch überbrückt werden.

Heute sind die Saisonangestellten mit einigen administrativen Hürden konfrontiert. So gelten sie als nicht vermittelbar, wenn sie nach der laufenden Saison bereits eine ergänzende Saisonstelle angenommen haben, und haben damit, gemäss Arbeitslosenversicherungsgesetz (AVIG), keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung während einer allfälligen, kleinen Lücke zwischen den Saisonanstellungen.

Des Weiteren sind sie verpflichtet, drei Monate vor dem Ende des Saisonarbeitsvertrags, also just während der strengsten Zeit der Saison, Arbeitsbemühungen nachzuweisen.

Um dennoch den Auflagen der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) zu genügen, versenden viele Saisonangestellte wenig ernst gemeinte «Pseudo-Bewerbungen». Durch diese Fehlanreize sind Saisonmitarbeitende oftmals wenig motiviert, überhaupt nach einer ergänzenden, zweiten Saisonstelle zu suchen. Die Arbeitnehmenden sind zum Teil gerade dann arbeitslos gemeldet, wenn im Nachbarkanton Hochsaison ist und Fachkräfte gesucht sind.

Wiederkehrende Kosten in zweistelliger Millionenhöhe
Um Lösungen für diesen Missstand zu finden, hat sich der Verein Mitarbeiter-Sharing gebildet. Das Konsortium aus renommierten Schweizer Gastgewerbe-Betrieben, der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur sowie kantonalen Sektionen von hotelleriesuisse setzt sich für das von der «Sharing Economy» inspirierte Arbeitsmodell «Mitarbeiter-Sharing» ein. Damit soll auf die saisonalen Schwankungen reagiert werden.

Diese sind besonders ausgeprägt in den Kantone Tessin und Graubünden, wo die Öffentlichkeit, das Gastgewerbe wie auch die Saisonmitarbeitenden vor grossen Herausforderungen stehen. Die saisonale Arbeitslosigkeit verursacht dort jährlich wiederkehrende Kosten in zweistelliger Millionenhöhe. (htr)

Mitglieder des Vereins Mitarbeiter-Sharing aus dem Bündner Gastgewerbe

  • Badrutt’s Palace (St. Moritz)
  • Belvédère Hotelgruppe (Scuol)
  • Carlton Hotel (St. Moritz)
  • Hotel Chesa Rosatsch (Celerina)
  • Hotel Grischa (Davos)
  • Maiensässhotel Guarda Val (Lenzerheide)
  • Hotel Schweizerhof Lenzerheide (Lenzerheide)
  • Tschuggen Grand Hotel (Arosa)
  • Bio-Hotel Ucliva (Waltensburg)
  • Valsana Hotel & Appartements (Arosa)
  • Waldhaus Flims Alpine Grand Hotel & Spa Waldhotel Davos (Davos)
  • Weisse Arena Gruppe (Laax)

Mitglieder des Vereins Mitarbeiter-Sharing aus dem Tessiner Gastgewerbe:

  • Albergo Castello del Sole (Ascona)
  • Albergo Carcani (Ascona)
  • Albergo Losone (Losone)
  • Boutique-Hotel La Rocca (Porto Ronco/Ascona)
  • Hotel Casa Berno (Ascona)
  • Hotel de la Paix (Lugano)
  • Hotel Delfino (Lugano)
  • Hotel Eden Roc (Ascona)
  • Villa Orselina (Orselina)
  • Villa Castagnola (Lugano)

Weitere Partner:

  • See & Parkhotel Feldbach (Steckborn TG)
  • Hotel Vitznauerhof (Vitznau LU)
  • Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur
  • hotelleriesuisse Graubünden und Ticino

 

  
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